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Thema Nr. 29
Mit dem Kind
über die Ehekrise sprechen!
Mehr dazu in diesem Buch: |

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> Die Partnerkrise geht auch das Kind an!
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Reden Sie mit dem Kind aufrichtig über Ihre Ehekrise!
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Wenn Sie Ihr Kind ernst nehmen, muss es nicht in Phantasien flüchten!
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Ideal: Beide Partner sprechen gemeinsam mit dem Kind!
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Doch manche Probleme sind reine Erwachsenensache!
Die Partnerkrise geht auch das Kind an
Eine Ehekrise geht Ihr Kind etwas an. Das Schlimmste
ist, wenn es das Gefühl haben muss, nun ausgegrenzt, an den Rand
geschoben zu werden. Gerade jetzt möchte es als Person, mit der man
redet, ernst genommen werden. Ihr Kind gehört mitten hinein in das familiäre
Geflecht. Es interessiert sich und hat es verdient, dass man es
informiert. Sie müssen keine ausführliche Erklärung abgeben; es genügt
schon, wenn Sie die offensichtliche Situation in Worte fassen:
„Ich streite mich zur Zeit sehr häufig mit Mama. Es fällt uns in dieser Situation sehr schwer, miteinander lieb
zu sein und uns zu vertragen. Immer wieder bricht der Streit zwischen uns
auf. Oft schreien wir uns an. Wir reden jetzt sehr wenig miteinander.
Sonst haben wir viel mehr gemeinsam unternommen; jetzt ist oft jeder für
sich allein. Häufig sind es nur Kleinigkeiten, die einen von uns stören.
Dann brummeln wir schon oder verlassen das Zimmer. Du merkst es ja, weil
wir auch in deinem Beisein laut und unfreundlich sind. Das ist nicht schön,
aber es wäre ja auch nicht gut, wenn wir so täten, als sei alles in
Ordnung. Wir versuchen, die Probleme, die wir haben, miteinander zu lösen.
Wir geben uns Mühe; aber es wird noch einige Zeit so weitergehen mit uns.
Im Augenblick wissen wir noch nicht, wie wir miteinander klar kommen können.“
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> Reden Sie mit dem Kind aufrichtig über Ihre Ehekrise!
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Reden Sie mit dem Kind aufrichtig
Versuchen
Sie, offen und aufrichtig zu reagieren, wenn das Kind Sie mit seinen
Beobachtungen konfrontiert. Diese Weise ist nicht ehrlich: „Ach, es ist
nichts! / Nein, da täuschst du dich, wir lieben uns wie immer. / Was soll
schon sein? Es hat sich nichts geändert. / Das hat doch nichts zu
bedeuten!“ Und diese Weise ist sogar ausgesprochen fies: „Was du immer
zu beobachten glaubst! / Kümmere dich mal um deine eigenen Sachen! / Das
geht dich überhaupt nichts an, was zwischen uns Erwachsenen läuft! / Dir
sind wir doch keine Rechenschaft schuldig!“
Nehmen Sie das Kind als Gesprächspartner ernst.
Wehren Sie nicht ab, als täusche es sich, und drängen Sie es nicht an
den Rand der Familie. Das ist schon deshalb wichtig, weil es ansonsten an
seiner Wahrnehmungsfähigkeit zweifelt. Es erlebt doch die Konflikte.
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Sie Ihr Kind ernst nehmen, muss es nicht in Phantasien flüchten!
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Wenn Sie Ihr Kind ernst nehmen,
muss es nicht in Phantasien flüchten!
Wenn Sie in einer Situation, die Ihr Kind belastet,
nicht mit ihm reden, beginnt es, mit sich selbst zu reden, zu grübeln und
sich gedanklich im Kreis zu drehen. Sie wissen, wie zermürbend solche
Situationen selbst für Erwachsene sind, wie sie die Konzentration und den
Schlaf rauben können. Es ist so einfach, das Kind davor zu bewahren.
Wenn es keine Antworten erhält, macht es sich seine
eigenen Gedanken. Diese Phantasien können mit der Realität kaum übereinstimmen,
da das Kind viel zu wenig Erfahrung mit ehelichem Zusammenleben und den
damit verbundenen Konflikten hat. Ein gesundes Verstehen des
Zusammenlebens von Mann und Frau und den damit verbundenen Anforderungen
wird ihm verbaut, wenn es die Realität oft durch seine Phantasie ersetzen
muss. Es wird später in seiner eigenen Partnerbeziehung Probleme haben,
Realität und Phantasie zu erkennen und zu trennen.
Bestätigen Sie sein Interesse:
„Ja, das siehst du ganz richtig. Wir tun uns seit einigen Tagen schwer
miteinander. Mama und ich haben schon darüber gesprochen, aber wir sind
noch nicht so weit, dass wir uns wieder vertragen können. / Du spürst
das sehr gut! Ja. Wir sind zur Zeit nicht so liebevoll zueinander, wie du
es gewohnt bist. Erwachsene haben das manchmal, dass sie an der Liebe des
anderen zweifeln. Dann ist man misstrauisch und ablehnend. So fühlen wir
uns gerade. Wir müssen uns über unsere Gefühle füreinander klar
werden. / Ja, ich merke, wie du jedes Mal erschrickst und Angst bekommst,
wenn wir so explodieren. Es tut mir Leid. Wir haben uns selbst zur Zeit
nur sehr schwer unter Kontrolle.“
Manchmal können Sie nicht sofort auf die Fragen des
Kindes eingehen, weil Sie gerade mit anderen Dingen bzw. Personen beschäftigt
sind, zu angespannt bzw. gefühlsmäßig zu sehr betroffen sind oder Ihnen
einfach die Worte fehlen. Stoßen Sie in solchen Situationen das Kind
nicht zurück, es wird sich ansonsten schwer tun, Sie erneut anzusprechen.
Wenden Sie sich ihm kurz positiv zu, bestärken Sie es mit Ihren Blicken
und ggf. einer freundlichen Berührung. Nennen Sie einen verlässlichen
Zeitpunkt am selben Tag, an dem Sie mit ihm ausführlich sprechen werden:
„Ja, mein Schatz, darüber spreche ich gern mit dir. Lass mir aber bitte noch
etwas Zeit, ich möchte erst noch einmal darüber nachdenken. Heute
Nachmittag, nehmen wir zwei uns Zeit, und ich werde es dir in Ruhe erklären.
/ Gut, dass du mich fragst. Ich wollte auch schon mit dir darüber
sprechen. Hab noch ein wenig Geduld, ich muss noch etwas erledigen. In
einer Stunde kannst du mir all deine Fragen stellen. Dann bin ich ganz für dich da.“
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> Ideal: Beide Partner sprechen
gemeinsam mit dem Kind!
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Ideal:
Beide
Partner
erklären
dem Kind gemeinsam die Ehekrise!
Ab dem Kindergartenalter kann man mit Kindern ein
geplantes Gespräch führen. Nutzen Sie dies, möglichst mit dem Partner
gemeinsam. Überlegen Sie vorher, welche Inhalte das Gespräch haben kann.
Neben einfachen, ehrlichen Erklärungen sollten Sie auch
hoffnungsvolle Perspektiven nennen. Sie dürfen Ihre unterschiedlichen
Gesichtspunkte in Ruhe erläutern, aber sich während dieses Gespräches
nicht streiten. Dass Sie in dieser Weise gemeinsam das Kind wichtig
nehmen, wird ihm ein Gefühl der Geborgenheit geben. Es erkennt daran,
dass seine Eltern in heftigen Krisen nicht nur hilflos sind, sondern die
Erziehungsverantwortung gemeinsam tragen können. Motivieren Sie Ihren
Partner dazu:
„Wir müssen mit Sascha sprechen.
Eine Möglichkeit ist, dass das einer von uns für beide übernimmt; oder
wir uns getrennt mit ihm unterhalten. Doch für ihn wäre es sehr gut,
wenn wir das zusammen schaffen. Das zeigt ihm, dass es doch starke
Gemeinsamkeiten zwischen uns gibt, zumindest was ihn angeht. Wie können
wir ihm unsere Situation mit einfachen Worten einsichtig machen? Worauf
muss Sascha sich einstellen; wie wird es weitergehen? Wo liegen unsere
Unterschiede, wo unsere Gemeinsamkeiten? Was ist unsere gemeinsame Linie für die Zukunft?“
In
die Gespräche gehört jetzt oft die Versicherung, dass Ihr Kind nicht die
Ursache der Krise ist, es keine Schuld trifft, es durch sein Verhalten
Ihre Partnerprobleme nicht lösen kann und Ihr Verhältnis zu ihm liebevoll ist und bleiben wird.
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> Doch manche Probleme sind reine Erwachsenensache!
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Manche
Probleme sind reine Erwachsenensache!
Ehrlich und so konkret wie möglich sollten Ihre Auskünfte
sein. Dabei wahren Sie natürlich Ihren eigenen Intimbereich. Manches ist
und bleibt Erwachsenensache. Doch auch über die Liebe der Partner kann
man schon mit den Kleinen sprechen:
„Mann und Frau haben manchmal ganz andere Probleme miteinander als Kinder. Sie sind zusammen, weil sie
sich lieben und lieb haben möchten. Sie möchten sich streicheln, küssen
und die Sehnsucht befriedigen, die sie füreinander empfinden. Doch
manchmal zweifelt einer an der Liebe des anderen. Manchmal sind sich beide
nicht sicher, ob sie sich noch so sehr lieben. Aus der Unsicherheit
entsteht dann leicht ein typischer „Erwachsenenstreit“. Mama und ich
sind in einer solchen Phase. Wir müssen uns beide klar werden, welche Gefühle
wir füreinander haben. Wir setzen uns darüber auseinander, was wir
voneinander erwarten, wie viel Liebe und wie viel Zusammensein. Das ist
sehr wichtig für uns. Daher werden wir noch oft darüber streiten.“
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