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Thema Nr. 26
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> Eltern müssen vor dem Kind
streiten - auch über Erziehungsfragen!
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Dürfen Vater und Mutter
unterschiedliche Erziehungsmethoden haben?
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Hinter dem Streit über Erziehung steckt oft ein anderer Grund!
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Streit ja - doch lassen Sie sich nicht vom Kind gegenseitig ausspielen!
Ja, Eltern müssen vor dem Kind
streiten - auch über Erziehungsfragen sollten Sie sich auseinandersetzen.
Das Kind muss wissen, dass Vater und Mutter eigene und auch unterschiedliche Meinungen vertreten.
Auch
über Erziehungsfragen dürfen Eltern im Beisein der Kinder streiten. Das
ist für die Kinder besonders spannend, da sie persönlich betroffen sind.
Sie werden sich einmischen, werden sich auf eine Seite schlagen, von der
sie Vorteile erwarten, und sie werden versuchen, die Eltern gegeneinander
auszuspielen. Doch das dürfen keine Gründe dafür sein, solche
Auseinandersetzungen im Angesicht der Kinder zu vermeiden und ihnen mit
einer geschlossenen Elternmeinung gegenüberzutreten.
Die
Regeln guter Streitkultur zu beachten ist dabei allerdings besonders
wichtig. Nach der lauten, emotionalen, aufgeregten Phase zu Beginn sollte das Kind sehr bald erleben:
„Wir verhandeln fair miteinander und entschieden sehr gerecht. Nein, Launen bestimmen unsere Entscheidung
nicht. Wir lassen uns von guten Argumenten leiten. Jeder kann sie
vorbringen. Das Wohl unseres Kindes ist dabei unser Maßstab.“
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> Dürfen Vater und Mutter
unterschiedliche Erziehungsmethoden haben?
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Vater und Mutter dürfen auch in der Pädagogik
unterschiedlich denken.
Doch jeder muss auf seine Weise authentisch und
für das Kind berechenbar sein!
Väter und Mütter dürfen auch in ihrer Pädagogik
unterschiedlich sein, solange jeder für sich genommen konstant und
berechenbar agiert. Tolerieren Sie den Erziehungsstil / die
Erziehungsmethoden und Ansichten Ihres Partners. Ständige,
sich nicht auflösende Zwistigkeiten belasten Ihr Kind außerordentlich;
Ihre Unterschiede kann es dagegen gut verarbeiten. Das Kind lernt damit
umzugehen, wenn es das Verhalten inhaltlich einordnen und den Personen
zuordnen kann. Helfen Sie dem Kind dabei:
„Du weißt, Papa würde jetzt anders reagieren als ich. Diesbezüglich haben wir unterschiedliche
Ansichten. / Wenn Mama das jetzt so entscheidet, akzeptiere ich das. /
Mama ist in vielen Situationen strenger und konsequenter; ich dagegen gebe
eher nach. Wir stehen dazu und reden darüber miteinander. Aber wir lassen
uns nicht gegenseitig ausspielen.“
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dem Streit über Erziehung steckt oft ein anderer Grund!
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Fragen Sie sich:
Ist wirklich die Erziehung der Grund
Ihres Streites - oder steckt eine andere Unzufriedenheit dahinter?
Wenn sich Konflikte
zwischen den Partnern immer wieder an den Kindern entzünden, stecken
andere Probleme dahinter. Diese werden dann über das Kind ausgetragen. Es
ist nicht das Verhalten des Kindes und es sind nicht Ihre
unterschiedlichen pädagogischen Einstellungen, die Sie auseinanderbringen.
Oftmals kann man folgenden Mechanismus beobachten: Die
Mutter ärgert sich z.B. über die Unpünktlichkeit, die Unordentlichkeit
des Vaters oder darüber, dass er zu viel fernsieht, zu viel nascht, zu
wenig zuhört. Sie konfrontiert aber nicht den Partner direkt mit ihrer
Kritik und Unzufriedenheit, sondern problematisiert das Thema am Kind, bei
dem sie die gleichen Verhaltensweisen entdeckt.
Diese Weise, den Partner
über das Kind erziehen zu wollen, kann gar nicht gut gehen. Sprechen Sie
Probleme immer direkt an, mit der Person, die Sie meinen. Sie wissen ja:
Sie dürfen sich streiten. Ist die Pädagogik zum belastenden Dauerthema
geworden, so klären Sie zunächst grundsätzlich Ihre Beziehung zueinander.
Sprechen Sie also mit dem Partner über Ihren Umgang
miteinander, über Ihre Vorstellung vom Zusammenleben, Ihre Wünsche, Ihre
Träume, Hoffnungen und Befürchtungen. Das werden sicherlich längere und
schwierige Gespräche, diese sind aber notwendig:
„Ich merke, dass wir uns immer wieder um Erziehungsfragen streiten. Ich frage
mich, ob es wirklich darum geht. Sind da vielleicht andere Punkte, die uns
sehr unzufrieden machen, über die wir bisher nicht richtig miteinander
geredet haben. Wir müssen das klären. Ich denke, dann werden wir uns
auch in diesen pädagogischen Fragen schneller einig.“
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ja - doch lassen Sie sich nicht vom Kind gegenseitig ausspielen!
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Streit ja, unbedingt - auch vor dem Kind
- doch lassen Sie sich nicht gegenseitig ausspielen!
Schwächen der Eltern und Unstimmigkeiten zwischen
ihnen bergen immer die Gefahr, dass Kinder die Situation für sich
ausnutzen. Das gelingt ihnen leider oftmals. Die Streitpartner sind
emotional sehr angespannt und mit sich beschäftigt. Zur „Front“ mit
dem Partner möchten sie nicht noch eine zusätzliche zum Kind entstehen
lassen. Oft haben sie auch wegen ihrer Auseinandersetzung ein schlechtes
Gewissen dem Kind gegenüber. Aus all diesen Gründen geben Eltern dem Drängen
des Kindes schnell nach. Nehmen Sie Ihrem Kind mit kurzen, deutlichen Beschränkungen die Versuchung:
„Jetzt nicht! Das muss warten. Ich habe nachher Zeit, mich darum zu kümmern. /
Im Augenblick kann ich nicht gerecht urteilen. Aber wir werden dein
Anliegen besprechen. / Das ist doch schon geklärt. Dadurch, dass Papa und
ich jetzt eine Unstimmigkeit haben, ist für dich keine neue Situation entstanden!“
Kinder merken sich sehr gut, wenn es ihnen gelingt,
die geschwächten Eltern gegenseitig auszuspielen. Sie registrieren:
„Papa sagt ja, weil Mama nein sagt. / Wenn die streiten, kann ich Mama
gegenüber ruhig behaupten, dass Papa es mir schon erlaubt hat. Mama merkt
nicht, dass das nicht stimmt, die sprechen ja nicht miteinander.“ Zeigen
Sie dem Kind immer wieder, dass Ihre Erziehungspartnerschaft stärker ist als jeder Disput:
„Ich werde erst mit Papa sprechen, und wir entscheiden dann gemeinsam. / Wenn du sagst,
dass Papa es dir erlaubt hat, werde ich nicht widersprechen; doch ich möchte
Papa fragen, ob du ihn richtig verstanden hast. / Mama hat dir doch schon
eine Entscheidung mitgeteilt. Diese respektiere ich. Warum sollte ich anders entscheiden?“
Kinder dürfen Streitsituationen nicht ausnutzen.
Wenn jemand aus anderen Gründen, wie Krankheit oder berufliche
Anspannung, belastet und geschwächt ist, gilt das ebenso. Bei einem
Nachgespräch oder bei der Familienkonferenz muss das dem Kind gesagt werden:
„Es war für mich allerdings sehr anstrengend, dass du in dieser Situation mit deinem
Problem kamst. Ich hätte mir gewünscht, dass du damit wartest; es eilte
ja nicht so sehr. Deshalb hab ich so kurz und ärgerlich reagiert. / Du
merkst, wenn wir so angespannt sind, ist das keine gute Gelegenheit, deine
Interessen durchzusetzen. / Das fand ich sehr unfair, dass du mich
ausgetrickst hast. Ich hatte doch gerade keine Zeit nachzuprüfen, ob das
wirklich so ist, wie du es mir sagtest. Ich habe es einfach geglaubt.
Nutze eine solche Situation bitte nicht so aus.“
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