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Erziehen im Stress

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Thema Nr. 22

Erziehen im Stress - Job und Erziehung 1

Schaffen Sie Freiräume, in denen Sie nur für Ihr Kind da sind!

Die geringe Zeit nutzen

-  schaffen Sie "Zeitinseln"!

 

Dies sind Textabschnitte aus dem Buch:

 gestresste Eltern

Klicken Sie sich hier durch die Kapitel

> Die geringe Zeit mit dem Kind intensiv nutzen!

> Übung: Hier und jetzt ganz "da" zu sein!

> Das sind Zeitinseln!

> Zeitinseln entdecken und auskosten!

> Mit dem Kind beten und meditieren!

+ + "Mappe I" plus "Mappe II" plus "CD mit allen Texten" (auch Buch "Gestresste Eltern ...") und Grafiken zu Kinderfesten = 10,70 € >Erziehungspaket

 

 

 

Die geringe Zeit mit dem Kind intensiv nutzen!

Erziehung braucht nicht so viel Zeit, wie viele behaupten - doch in der geringen Zeit, die Sie Ihrem Kind schenken können, müssen Sie wirklich ganz "da sein".

Sorgen Sie regelmäßig für Zeitabschnitte, die völlig frei von Zeitdruck und Hektik sind. Dann hat das Kind Sie 'hier und jetzt' ganz für sich und es weiß, dass Sie weder an die Uhr noch an den Terminkalender denken. So wie eine Insel im Meer nicht groß sein muss, um einem Schiffbrüchigen Halt unter den Füßen zu geben, müssen diese "Zeitinseln" im tobenden Alltag nicht von großer Dauer sein. Es genügen dafür wenige Minuten. Die zentrale Frage nicht, ob Sie diese Zeit erübrigen können! Die Frage ist: Können Sie ganz "abschalten"?

Sie werden merken, dass es nicht nur Ihrem Kind, sondern auch Ihnen gut tut, wenn Ihr Job für eine bestimmte Zeit ganz weit hinten steht. Egal, wie eingespannt Sie in Ihrem Beruf sind, es ist sinnvoll, sich solche (Frei-)Zeitinseln zu schaffen. Wahrscheinlich stellen Sie sogar fest, dass Sie mit einem Plan sehr viel effektiver mit Ihrer Zeit umgehen. 

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Übung: Hier und jetzt ganz "da" zu sein!

Hier ist ein Gedankenspiel, dass Ihnen helfen kann. Setzen Sie sich dazu an einem ruhigen Ort mit geradem Rücken auf einen Stuhl: 

> Wandern Sie in Gedanken über Ihren Körper, vom Kopf bis zu den Füßen und zurück. Sie sagen zu sich: „Das bin ich, wie ich hier sitze.“ 

Gleich werden Sie alle Muskeln für einen Augenblick bewusst anspannen und dabei intensiv beobachten. Tun Sie dies allerdings zunächst nur in Gedanken: Sie pressen die Lippen aufeinander, machen Fäuste, drücken die Arme an den Körper, die Schultern nach hinten; Sie verhärten Ihren Bauch, als wollten Sie einen Schlag abwehren; Sie strecken die Beine von sich und drücken sie dabei aneinander. 

Nachdem Sie dies gedanklich durchgegangen sind, spannen Sie jetzt den Körper wirklich so an. Sagen Sie zu sich: ‚So bin ich, wenn ich angespannt bin, wenn ich keine Zeit habe, wenn man mich hetzt.’ Lassen Sie nun alle Muskeln los, entspannen Sie sich. Beobachten Sie Ihren Körper. 

Schließen Sie nun die Augen. Stellen Sie sich über Ihrem Kopf eine große Uhr vor, deren Sekundenzeiger sich Sekunde für Sekunde weiter bewegt. Schauen Sie diesen Zeiger an. Lassen Sie die Uhr nun mit der Kraft Ihrer Gedanken stillstehen. Der Zeiger bewegt sich nicht mehr. Betrachten Sie die stillstehende Uhr. Sagen Sie zu sich: „Die Zeit steht still. Ich habe Zeit. Niemand drängt mich. Kein Termin wartet. Die Zeit steht still; ich spüre die Ruhe am ganzen Körper. Ich sehe die stillstehende Uhr!“< 

Wiederholen Sie dies für einige Zeit mehrfach täglich. Ihre Fähigkeit sich zu entspannen wird sich steigern. Beginnen Sie immer mit der bewussten Anspannung aller Muskeln. Weil Muskeln nach einer Anspannung immer automatisch, ohne Zutun in die Entspannung pendeln, kann diese Übung erfolgreich sein. Sie müssen diese Entspannung allerdings in Ruhe wahrnehmen. Später, in Situationen, in denen Sie mit Ihrem Kind abspannen und die Zeit vergessen möchten, erinnern Sie sich einfach an diese Wahrnehmung.

Ziel dieser Übung ist Ihre bewusste Entspannung und das Verankern im Hier und Jetzt. Es kann auch sinnvoll sein, eine solche Übung zwischen zwei verschiedenen Tätigkeiten durchzuführen. Beispielsweise dann, wenn Ihre Arbeit endet und bevor Sie Ihr Kind aus dem Kindergarten oder der Schule abholen. Dadurch schließen Sie innerlich eine Tätigkeit ab, lassen los und stellen sich auf die neue Aufgabe ein. Ein schöner Nebeneffekt dieser Übung ist: Je entspannter sie sind, umso entspannter ist auch die Situation um Sie herum. Stellen Sie fest, dass Sie gelassener und positiver Ihren Alltag erleben werden und dass dies allen gut tun wird.

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Das sind Zeitinseln!

Dies sind Beispiele für solche Zeitinseln:  

> Sie haben Ihr Kleines auf dem Schoß, einfach nur, um es zu streicheln und zu kraulen / Sie liegen mit ihm auf dem Fußboden und hören seine Lieblingskassette 

> Sie lernen am Abend von ihm das Lied, das es im Kindergarten gesungen hat

> Sie singen am Morgen das Lied, das Sie am Abend von ihm lernten

> Sie erzählen ihm eine Geschichte oder lesen etwas vor

> Sie malen gemeinsam ein Bild / Sie beobachten den Sonnenuntergang oder -aufgang

> Sie sitzen an seinem Bett und blicken zusammen auf die schönen Erlebnisse des Tages zurück

> Sie beten mit Ihrem Kind.<

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Zeitinseln entdecken und nutzen!

Manchmal entstehen die Zeitinseln ganz von allein. Es sind die Momente, in denen man spürt, dass man sich menschlich nah ist, sich mag, und dass dies wichtiger ist als alles, was uns durch den Tag hetzt. Somit kann das gemeinsame Tischdecken dazu werden, wie das Mittag- oder Abendessen, der Einkaufsbummel, der Spaziergang. Ein solches Erlebnis sollte Ihr Kind mindestens täglich haben. Gelingt Ihnen das nicht, so nutzen Sie unbedingt das Wochenende dafür. Erkennen Sie an der  Sehnsucht oder auch an der Unausgeglichenheit des Kindes, dass es an der Zeit ist, eine solche Insel entstehen zu lassen. Nehmen Sie solche Gelegenheiten spontan wahr; diese Aufmerksamkeit nimmt Ihnen nur geringe Zeit, schafft Ihnen längerfristig gesehen aber umso mehr.

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Mit dem Kind beten und meditieren!

Ein Gebet ist eine ideale kleine Auszeit aus Hektik, Stress und seelischer Belastung. 

Es ist heilsam, wenn ein Mensch anerkennen kann, dass eine größere Macht über ihm steht, der er sich zuwenden kann. Entlasten Sie sich, indem Sie Gott Ihre Sorgen, Hoffnungen, Freuden – alles, was Sie bewegt – mitteilen. Durch Ihr Gebet mit dem Kind erkennt es, dass Sie als Eltern nicht das „Höchste“ sind, dass auch Sie jemanden haben, an den Sie sich wenden können, dem Sie sich öffnen, dem Sie vertrauen. Es erkennt, dass Sie nicht allein sind und einen Halt haben; somit festigt  sich der Grund für seine Geborgenheit:  

„Großer Gott, dir kann ich alles sagen. Du hörst mir zu. Du verstehst mich. Vor dir kann ich innehalten und überlegen, wie es mir geht. Heute möchte ich dir mitteilen, dass ich so glücklich bin, meine Tochter zu haben. Oft denke ich, ich sollte mehr Zeit für sie aufbringen; vielleicht fühlt sie sich manchmal allein gelassen. Sei du bei uns, verbinde uns, gib uns Kraft – wenn wir zusammen sind und wenn wir uns vermissen. Amen.“

Betrügen Sie das Kind nicht um die stärkende Erfahrung des Betens. Es fördert sein Vertrauen und seine Offenheit Ihnen gegenüber. Es ermöglicht ihm schließlich selbst, eigene Erfahrungen mit Gott zu teilen. Ein Gebet zu sprechen ist nicht schwierig. Beginnen Sie mit einzelnen Sätzen. Zunehmend werden Sie mehr von dem ausbreiten, was Sie und Ihr Kind bewegt. Sprechen Sie einfach, mit Ihren Worten oder den Worten des Kindes, so als ob Sie einem lieben Menschen etwas erzählen, der sich für Sie interessiert und dem Sie alles anvertrauen können. Die Anrede zu Beginn (z.B. „Lieber Gott“) ist wie ein Gruß und das Amen ist  die Verabschiedung. Beschränken Sie sich im Gebet nicht nur auf das Belastende; auch der Ausdruck von Freude, Dank, Hoffnung hat hier seinen Platz:  

„Allmächtiger Gott, heute haben wir viel vor; begleite uns bitte durch den Tag.  Amen. / Treuer Gott, wir möchten dir nur sagen, dass uns Omas Gesundheit große Sorge macht. Sei du mit aller Kraft, die du hast, bei ihr. Amen."

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© www. Kinder-Initiative.de    Verantwortlich: Dipl.-Päd. Pfarrer Frank Maibaum / www.frank-maibaum.de     Stand: 20. November 2011