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5 sexuelle Aufklärung

6 Kind ist Aggressiv

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8 Benehmen bei Tisch

9 weniger schimpfen

10 Nachwuchs kommt

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12 Geschwisterstreit

13 Krieg-Terror-Gewalt

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Erziehen im Stress

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Thema Nr. 6

Unser Kind ist aggressiv!

Was tun wir, wenn das Kind oft haut, kratzt, beißt - Wenn es sich oft aggressiv verhält?

 

Mehr in diesem Ratgeber:

 Erziehungsmappe 1

Klicken Sie durch die Kapitel:

> Streiten ist gesund!

> Doch nicht hauen, kratzen beißen!

> Nicht bemitleiden, nicht schimpfen - aber Grenzen setzen!

> Bieten Sie Lösungen an!

> Zeigen Sie Verständnis für die Nöte Ihres Kindes!

> Seien Sie Vorbild!

> Abendritual: Den Streit reflektieren!

+ + "Mappe I" plus "Mappe II" plus "CD mit allen Texten" (auch Buch "Gestresste Eltern ...") und Grafiken zu Kinderfesten = 10,70 € >Erziehungspaket

 

 

 

Streiten ist gesund

Es kann nicht darum gehen, Streit zwischen Kindern zu vermeiden. Es ist aber pädagogische Aufgabe, das "gesundes Streiten" gelernt wird. Dabei spielt die sprachliche Bewältigung von Konflikten eine bedeutende Rolle. Denn wenn ein Kind seine Ansprüche und Forderungen, seinen Ärger und Zorn mit Worten ausdrücken kann, so können die Fäuste schweigen. Da die Kleinen gerade sprachlich noch ungeübt sind, greifen sie schnell und spontan zu handgreiflichen Mitteln, Ansprüche durchzusetzen oder Frustration auszudrücken. Wenn ein Kind sich derart negativ aggressiv äußert, dass es haut, kratzt, beißt, an den Haaren zieht, so ist es in diesem Lernprozess eindeutig auf einer falschen Fährte.

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Doch, wenn Streit in hauen, kratzen beißen ausartet ist die Grenze eindeutig überschritten!

Wenn Streit in hauen, kratzen beißen ausartet, so denken Sie nicht: „Mein Kind wird schon sehen, was es davon hat; dann bekommt es halt auch etwas auf die Nase und wird beim nächsten Mal zurückhaltender sein.“ So sehr ansonsten stimmt, dass Kinder eigene Erfahrungen machen müssen – hier müssen Sie eingreifen. Hauen, kratzen, beißen und andere körperliche Angriffe sind absolut tabu. Darüber wird nicht diskutiert. Stoppen Sie solche Aktionen sofort, fassen Sie Ihr aggressives Kind fest am Handgelenk, setzten Sie es einen Meter zurück. Die unmittelbare, eindeutige Reaktion mit ernstem Blick und klaren, wenigen Worten ist wichtig. Wird sich handgreiflich um einen Gegenstand gestritten oder dient dieser als Schlagwerkzeug, so nehmen Sie den Gegenstand weg. Wenden Sie sich dann sofort auch kurz ab, um Ihren Unmut körperlich und mimisch auszudrücken: 

"So nicht! / Es wird nicht gehauen!"

> weiter zu > Nicht bemitleiden, nicht schimpfen - aber Grenzen setzen!

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Nicht bemitleiden, nicht schimpfen - aber Grenzen setzen!

Wird ein Kind verletzt, so versorgen Sie es natürlich soweit wie nötig. Sie sollten es nun allerdings nicht trösten. Dies ist auch nicht der Augenblick, wo Ihr Kind aus Vorwürfen oder Erklärungen lernt, wie: „Ich hab dir doch schon oft gesagt, dass du nicht hauen sollst!“ „Du weißt, Hauen und Kratzen sind keine sinnvollen Mittel, seine Ziele zu erreichen!“. Werden Sie nicht „persönlich“ und verallgemeinern Sie nicht: „Du bist aber ein böses Kind!“ Nein, Ihr gutes Verhältnis zu Ihrem Kind wird durch sein Verhalten nicht getrübt; es ist nicht das Kind sondern es ist die Handlung, die Sie nicht akzeptieren. Schimpfen Sie jetzt nicht und lassen Sie sich nicht zu „Tätlichkeiten“ hinreißen; denn sonst lenken Sie die Aufmerksamkeit auf sich und weg von der Handlung. Ein Satz genügt:

"Ich möchte nicht, dass ihr eueren Streit so regelt! / Es wird nicht geschlagen!"

Lassen Sie sich nicht in eine Diskussion darüber verstricken, wer mit den Aggressionen angefangen hat:

"Das will ich nicht hören, einigt euch!"

Beenden Sie das Spiel - ohne Diskussionen und Vorhaltungen - wenn der Friede nicht herzustellen ist:

"Ich sehe, es ist jetzt nicht möglich, dass ihr weiterspielt. Bestimmt klappt es morgen besser!"

In ruhiger Atmosphäre sprechen Sie dann aber mit  Ihrem Kind über sein aggressives Fehlverhalten. Machen Sie „ohne wenn und aber“ deutlich, dass Sie diese handgreifliche Form der Auseinandersetzung nicht tolerieren. Tun Sie dies in ernstem, sachlichem Ton, aber ohne zu schimpfen, ohne das Kind herabzuwürdigen oder andere Kinder als Vorbild hinzustellen - Ihre Ablehnung gilt nur der Tat, nicht dem Kind: 

"Nein, es gibt keinen Grund zu kratzen. Wenn Sascha immer wieder böse zu dir ist, so müssen wir überlegen, wie wir damit umgehen, ohne ihn zu verletzen."

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Bieten Sie bei Streitigkeiten Lösungen an!

Bieten Sie Lösungen an, die ein Weiterspielen trotz der Auseinandersetzungen ermöglichen: Teilen, Abwechseln, Reihenfolge Festlegen, Warten, bis man dran ist. Solche Hilfestellungen braucht Ihr Kind. Schlagen Sie die Einigung - und vielleicht auch eine Alternative dazu - nur vor, verordnen Sie diese nicht. Die Einigung muss freiwillig angenommen werden, weil das aggressive Fehlverhalten ansonsten bei nächster Gelegenheit noch heftiger ausbricht:

"Ich schlage vor, ihr stellt euch hintereinander an die Rutsche. Wenn einer oben losgerutscht ist, kann der Nächste hoch gehen."

Ist ein Spiel missglückt, so suchen Sie bald eine Möglichkeit, eine gute Situation zu organisieren. Bekräftigen Sie jetzt schon kleine positive Schritte:

"Sehr gut! / Wunderbar, wie ihr heute spielt! / Das macht mich sehr froh, wie ihr miteinander klar kommt!"

Lassen Sie das Spiel nicht zu lang werden und die Spielpartner nicht zu müde. Beenden Sie das Zusammensein, wenn es noch schön ist.

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Zeigen Sie Verständnis für die Nöte Ihres Kindes!

Ihr Kind muss Gelegenheit haben, Ihnen über erfreuliche und frustrierende Erlebnisse zu erzählen. Nehmen Sie sich dafür die nötige Zeit. Es muss jemand zuhören und auch nachfragen, wenn es aus dem Kindergarten kommt, vom Spielplatz, von Freunden. Es soll sich in der Familie geborgen fühlen: 

"Na, was gab es heute? / Du siehst ja ärgerlich aus? / Hast du etwas erlebt?"

Hören Sie zu; versuchen Sie, das Problem der Kinder zu verstehen, und helfen Sie dann bei der Suche nach einer Lösung:

"Ja, das habe ich verstanden. Und was können wir jetzt tun?"

Kinder glauben oft, ungerecht behandelt worden zu sein, und möchten dann energisch reagieren. Zeigen Sie dann bei diesem Gespräch Verständnis dafür, und zeigen Sie positive Wege auf, Konflikte zu lösen: 

"Ich verstehe ja, dass du zornig bist, wenn dir jemand deine Lieblingsfigur wegnimmt. Aber dann sag das doch dem anderen Kind: „Ich möchte nicht, dass du mir meine Figur wegnimmst“, oder „Das ist mein Lieblingsspielzeug, das gebe ich nicht ab.“

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Seien Sie Vorbild!

Üben Sie selbst mit den anderen Familienmitgliedern und mit dem Kind positives Streiten. Dabei dürfen Sie natürlich auch wütend sein und Ihre eigenen Anliegen energisch vertreten:

"Ich bin so wütend; ich möchte sofort wissen, wer die Seite aus meinem Buch gerissen hat."

Lassen Sie das Kind miterleben, wenn Sie sich nach einem Streit mit dem Partner oder anderen Familienmitgliedern einigen oder wieder versöhnen: 

"O.K., wenn das klar ist, dann können wir uns wieder vertragen. Ich möchte ja nur, dass man meinen Ärger versteht."

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Machen Sie es zum festen Ritual, am Abend: den Streit reflektieren!

Die negativen Situationen des Tages besprechen Sie mit dem Kind nicht direkt vor dem Schlafengehen oder gar, wenn es schon im Bett liegt; hier erinnern Sie lieber an die schönen Ereignisse und heben diese hervor: 

"Ja, da war einiger Streit heute; aber es hat doch auch vieles gut geklappt. / Ich fand richtig gut, wie du Benny die Meinung gesagt hast, ohne ihm weh zu tun. Ich glaube, das hat er verstanden."

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© www. Kinder-Initiative.de    Verantwortlich: Dipl.-Päd. Pfarrer Frank Maibaum / www.frank-maibaum.de     Stand: 20. November 2011