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 Allgemeine Themen 

1 Fernsehregeln

2 Sprachprobleme

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5 sexuelle Aufklärung

6 Kind ist Aggressiv

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8 Benehmen bei Tisch

9 weniger schimpfen

10 Nachwuchs kommt

11 Kleiner Tyrann

12 Geschwisterstreit

13 Krieg-Terror-Gewalt

14 Kind ist ängstlich

15 Kind hat Alpträume

16 Kind Lügt

17 Theater beim Essen

18 nerviges Trödeln

19 unanständige Worte

 Verkehrserziehung 

20 Grundregeln

21 Schulweg

Job und Erziehung 

22 Zeitinseln schaffen

23 Fernsehfalle!

24 Schlüsselmomente

25 Job und Kind

 Elternstreit

26 Erziehungsstreit

27 Das Kind lieben

 Ehekrise

28 Kind verschonen

29 Krise erklären

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Erziehen im Stress

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Thema Nr. 2

Unser Kind hat Sprachstörungen!

Unser Kind spricht noch nicht - es spricht zu undeutlich - es spricht schlecht - es hat Hemmungen beim Sprechen - es spricht zögerlich - es stottert - es hat Sprachprobleme!

Müssen wir uns Sorgen machen?

Mehr zum Thema in diesem Elternratgeber:

 Erziehungsmappe 1

Klicken Sie durch die Kapitel:

> So lernt Ihr Kind sprechen!

> Achten Sie auf Ihre Reaktionen!

> Üben Sie sich in Geduld!

> Sprachhemmungen nicht verstärken!

> Nutzen Sie selbst sprachliche Vielfalt!

> Begleiten Sie Ihre Handlungen mit Worten!

> Schaffen Sie spielerisch vielfältige Sprechsituationen!

Dies ist ein Teil des Kapitels "Sprachprobleme - müssen wir uns Sorgen machen?" aus dem Erziehungsratgeber "Erzieherinnen beantworten Elternfragen". Mehr dazu!

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Dazu müssen Sie zunächst wissen: So lernt Ihr Kind sprechen!

Ein Kind lernt erst langsam, Zunge, Mund, Lippen, Kehlkopf zu koordinieren. Zudem muss es sich dabei noch an die richtigen Worte erinnern, zwischen verschiedenen Möglichkeiten auswählen – und das muss alles sehr schnell gehen, da es ja ein großes Mitteilungsbedürfnis hat. In diesem Prozess des Spracherwerbs klappt natürlich nicht alles auf Anhieb.

Viel mit dem Kind zu sprechen und es dabei nicht einzuengen ist aus mehreren Gründen wichtig: Sprache und geistige Entwicklung hängen eng zusammen. Auch auf das soziale Verhalten wirkt sich die Sprache aus. Sprachlich unsichere Kinder sind zurückhaltender, weniger selbstständig und neigen schneller zu negativen aggressiven Verhaltensweisen.

weiter zu: > Achten Sie darauf, wie Sie auf die Aussprache Ihres Kindes reagieren!

> Seitenanfang

 

 

 

 

 

Achten Sie auf Ihre Reaktionen!

Reagieren Sie in keinem Fall ungehalten, wenn Ihr Kind Schwierigkeiten beim Sprechen zeigt: „Kannst du denn nicht richtig sprechen?“ / „Das heißt nicht „Humd“ sondern Hund – wie oft soll ich dir das denn noch vorsprechen?!“ Zwingen Sie das Kind nicht, Worte, die es falsch ausspricht, immer wieder und wieder nachzusprechen. Es wird ansonsten demnächst bei diesen Worten stocken oder versuchen, sie ganz zu vermeiden. Zeigen Sie, dass Sie Ihr Kind verstanden haben, und sprechen dabei das Wort richtig aus – vielleicht können Sie es auch gleich mehrfach in den Satz einbauen - ohne es allerdings vorwurfsvoll oder „besserwisserisch“ zu betonen: 

"Ja, das ist ein Hund; das ist ein großer Hund; so einen Hund möchtest du auch gerne haben? Der Hund ist wirklich schön!"

Beobachten Sie Ihre sprachlichen Reaktionen. Wenn diese oft mit Verneinungen wie „nein“, „ach“, „nicht doch“, „so nicht“, „das heißt nicht“, „das ist kein“ beginnen, so beeinträchtigen Sie die sprachliche Entwicklung des Kindes mit Sicherheit!  Motivierende Sätze beginnen so: 

"Ja! / Aha! / Ach so! / Ich verstehe! / Schön! / Gut! / Bravo! / Tatsächlich?"

weiter zu: > Geduld - Lassen Sie dem Kind beim Sprechen Zeit - Drängen Sie nicht!

> Seitenanfang

 

 

 

 

Üben Sie sich in Geduld!

Das Mitteilungsbedürfnis der Kleinen ist oftmals so groß, dass sie schneller reden wollen als sie können. Dann kommt es zu Fehlern, Verhaspelung, Stotterern, Überschlagung beim Sprechen. Der Sprechapparat kommt mit den schnellen Gedanken einfach nicht mit. Haben Sie gerade in solchen Situationen Geduld. Wenn Sie Ihr Kind oft unter Druck setzen, entwickelt sich schnell eine kleine Sprachstörung. Schauen Sie es freundlich an und zeigen Sie ihm, dass Sie Zeit haben und es sich somit auch Zeit nehmen kann:  

"Ja, ich höre. / Komm, wir setzen uns erst mal hin, und dann erzählst du mir das in Ruhe; ich bin ganz neugierig."

weiter zu: > Durch Ihr Fehlverhalten können verstärken Sie unbewusst die Sprachhemmungen

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Sprachhemmungen können sich verstärken!

Die Sprachhemmungen entstehen bzw. verstärken sich noch, wenn Sie zu oft gar nicht zuhören. Haben Sie gerade keine Zeit, dann sagen Sie es freundlich, aber deutlich, und geben einen für das Kind überschaubaren Zeitraum an, den es sich noch gedulden muss. Halten Sie sich aber an Ihre Aussage und schenken Sie ihm dann Ihre volle Aufmerksamkeit: 

"Du, ich telefoniere gerade und möchte jetzt nicht gestört werden! Gedulde dich bitte fünf Minuten, dann höre ich dir zu!"

Das Kind spricht natürlich zunächst nicht mit so vollständigen Sätzen, wie ein Erwachsener. „Da, Hund!“, „Schön, Katze“, „Kind lacht“ -  so bildet es zunächst die Sätze. Beginnen Sie nicht, ebenso zu sprechen, in der Annahme, das Kind verstehe Sie dann besser. Sprechen Sie ganz normal, aber langsam und deutlich. Formulieren Sie bewusst ganze Sätze mit zumindest Subjekt, Prädikat, Objekt: 

"Ja, das Kind lacht! Es freut sich über den Hund."

weiter zu: > Nutzen Sie selbst sprachliche Vielfalt!

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Üben Sie selbst sprachliche Vielfalt!

Im dritten Lebensjahr lernt ein Kind schrittweise den Gebrauch von Konjunktionen (‚und’, ‚weil’, ‚oder’). Auch verschiedene Zeiten wie ‚Gegenwart’, ‚Zukunft’, ‚Vergangenheit’ kann es sprachlich darstellen. Gleichzeitig mit der Formulierung von komplexen Sätzen lernt das Kind Zusammenhänge zu begreifen, Ursache und Wirkung zu erkennen, Phantasie und Wirklichkeit zu unterscheiden und verschiedene Zeiten sprachlich zu fassen. Die geistige Entwicklung hängt sehr mit der sprachlichen zusammen. Das sind bedeutende Schritte im Entwicklungsprozess. Nutzen Sie die Möglichkeit, die Sie haben, Ihrem Kind Zusammenhänge in sprachlicher Vielfalt darzustellen: 

"Wenn du dich freust, lachst du auch so schön! / Ja, ich wasche den Apfel jetzt ab, damit er richtig sauber wird und wir ihn essen können. / Sooo eine große Maus hast du gesehen? Weißt du, wenn da plötzlich eine Maus ist, kommt sie einem viel größer vor, als sie wirklich ist; ich bin sicher, sie war viel kleiner –  aber bestimmt ganz niedlich!"

weiter zu: > Seien Sie nicht zu still - Sprechen Sie zu Ihren Handlungen!

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Begleiten Sie Ihre Handlungen mit Worten!

Tun Sie viel mit dem Kind gemeinsam, dann bieten sich Ihnen vielfältige Möglichkeiten, Ihre Handlungen mit Worten zu begleiten und zu erklären. So kann das Kind gleichzeitig sehen und hören: 

"Jetzt kneten wir den Teig, damit alle Zutaten gleichmäßig verteilt werden, sonst hast du plötzlich nur Mehl im Mund, das wäre zu staubig. Jetzt schieben wir ihn in den Bachofen, und in einer Stunde wird der Kuchen fertig sein. Bevor wir ihn essen können, muss er dann allerdings noch kalt werden."

weiter zu: > Schaffen Sie spielerisch vielfältige Situationen, um mit dem Kind zu sprechen!

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Schaffen Sie spielerisch Sprechsituationen!

Lesen Sie oft etwas vor und motivieren Sie zu gemeinsamen Spielen, bei denen viel miteinander gesprochen wird. Ideal sind Rollenspiele. Märchen und kleine Geschichten können mit verschiedenen Rollen nachgespielt werden; die Rollen können aber auch aus dem Stehgreif erfunden werden, wie: 

"Du bist eine Verkäuferin und willst mir den Rennwagen verkaufen! / Du bist ein kleines grünes Monster von einem anderen Stern und erzählst mir von deiner Heimat! / Ich bin in ein Tier verzaubert und versuche dir mit Gesten und Mimik beizubringen, wer ich eigentlich bin."

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© www. Kinder-Initiative.de    Verantwortlich: Dipl.-Päd. Pfarrer Frank Maibaum / www.frank-maibaum.de     Stand: 20. November 2011