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Thema Nr. 25
Erziehen im Stress - Job und Erziehung 4
Berufstätigkeit ohne dass das Kind leidet
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So können Sie Berufstätigkeit und Erziehungstätigkeit miteinander vereinbaren!
So ist man keine "Rabenmutter"!
Beides zusammen geht: Weder Karriere noch das Kind müssen leiden.

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Klicken Sie sich durch die
Kapitel:
> Die
(neuen) Rollen müssen in der Familie geklärt werden!
>
Trotz Ihres Jobs: Ihr Kind bleibt Kind - Überfordern Sie es nicht!
>
Bitte kein schlechtes Gewissen wegen Ihrer Berufstätigkeit!
>
Ihr Kind akzeptiert gern auch andere Bezugspersonen!
>
Achten Sie darauf, dass die zusätzliche Belastung gewürdigt wird!
>
Familienbewusstsein -
Delegieren und organisieren - Aufgaben verteilen!
>
Pflegen Sie Kontakt zu Familien in gleicher Situation!
>
Wenn Berufstätigkeit und Familiensituation über Ihren Kopf wachsen!
>
Beruf und Kind - viel Selbstdisziplin ist nötig!
>
So trennen Sie Job und Kind!
>
Das Kind ist im Zweifelsfall wichtiger als die Arbeit!
>
Manchmal ganz und gar beim Kind sein - Beruf vergessen!
weiter zu: > Die
(neuen) Rollen müssen in der Familie geklärt werden!
Die
(neuen) Rollen müssen gemeinsam mit allen Familienmitgliedern geklärt werden!
Die
neue Rolle als berufstätige Mutter (oder berufstätiger Vater) bedeutet
Abschied von der Rolle zu nehmen, die man als ‚nur Mutter’ bzw. ‚nur
Vater’ ausfüllte. Mit der Berufstätigkeit beginnt ein neuer
Lebensabschnitt für Sie und die Familie. Er bringt für Vater, Mutter,
Kinder und Großeltern veränderte Anforderungen, Selbstverständlichkeiten,
Zeiteinteilungen und Aufgabenverteilungen.
Diese Veränderungen müssen
gemeinsam wahrgenommen, bedacht und verantwortet werden. Der Beginn Ihrer
Berufstätigkeit ist ein bedeutendes Ereignis für die gesamte Familie;
wechseln Sie Ihre Rolle nicht still, als sei dieser Schritt etwas Alltägliches:
„Es beginnt ein neuer Abschnitt für mich und unsere ganze Familie. Manch bange Frage bewegt uns; wir blicken
aber auch mit sehr viel Hoffnung in die Zukunft. Eine solche Wende, bei
der man etwas hinter sich lässt und Neues beginnt, ist ein guter Grund für
eine Feier. Lasst uns z.B. ein gemeinsames Festessen vorbereiten oder eine
Feier organisieren. Dabei können wir überlegen, von welchen schönen und
belastenden Dingen wir Abschied nehmen werden und was alles an Ungewohntem auf uns zukommt.“
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> Doch trotz Ihres Jobs: Ihr Kind bleibt Kind - Überfordern Sie es nicht!
> Seitenanfang
Doch trotz Ihres Jobs: Ihr Kind bleibt Kind!
Verlangen Sie aufgrund Ihrer
Erwerbstätigkeit dem
Kind nicht zu viel Selbstständigkeit ab. "Das Kind bleibt Kind" gilt
auch hier. Es muss Zeit haben, um ausgelassen zu sein, um zu spielen, um zu trödeln, um zu träumen.
Natürlich muss ihr Kind auch
lernen, dass Ihre Zeit nun etwas beschränkt ist, weil Sie (wieder) berufstätig
sind. Wenn Sie ihm klare Strukturen geben, wird es diese Neuerung schnell
akzeptieren. Vermitteln Sie Ihrem Kind das Gefühl: „Mama oder Papa ist nun
bei der Arbeit, aber danach hat sie (oder er) wieder Zeit
für mich. Nur für mich. Es kann auch hilfreich sein, kindgerecht zu erklären,
worin Ihr Job besteht. Doch damit sollten Sie es dann zunächst einmal belassen.
Sehen Sie das Kind im Kind und akzeptieren
Sie es so. Erwarten Sie nicht, dass es sich zu Ihrer Entlastung angepasst
und verständnisvoll, also sehr "erwachsen" verhält. Sie sind und bleiben
der Erwachsene, der Verständnis, Einsicht, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft
dem Kind entgegenbringt, nicht umgekehrt.
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> Bitte kein schlechtes Gewissen wegen
Ihrer Berufstätigkeit!
> Seitenanfang
Lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen machen
Arbeitende
Mütter werden insbesondere von ihren Eltern und Schwiegereltern, aber
auch von Nachbarn und Freundinnen schnell mit Sätzen konfrontiert wie:
„Pass auf, dass du die Kinder nicht vernachlässigst!" / "Meinst du nicht,
dass du mehr Zeit für dein Kind haben müsstest?" Rechtfertigen Sie
sich nicht. Sprechen Sie über Ihr Rollenverständnis:
„Warum werden Männern nicht solche Fragen gestellt? Kann es sein, dass dahinter
das Vorurteil steckt, Mütter müssten allein für ihr Kind da sein? Ich
stehe zu meiner Rolle als arbeitende Mutter. Meine Arbeit belebt unser
Familienleben. Auch Franziska profitiert davon, dass ich so zufrieden bin.
/ Mach mir bitte kein schlechtes Gewissen. Ich habe meinen Beruf und die
Familie; wir schaffen es, das gut miteinander zu verbinden. Ich bin damit
zufrieden; Franziska mag und braucht mich so selbstbewusst. Wenn du
allerdings konkrete Beispiele hast, die zeigen, dass Franziska leidet,
dann nenne die Situationen und hilf bitte mit, Lösungen zu finden.“
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> Ihr Kind akzeptiert gern auch andere
Bezugspersonen!
> Seitenanfang
Nein - Sie sind nicht allein für das Kind
verantwortlich!
Ihr Kind akzeptiert gern auch andere Bezugspersonen!
Alle Beteiligten müssen ausdrücklich die Ideologie
ablegen, die behauptet, eine Person (am besten die „Nur-Mutter“) müsse
sich für das Kind aufopfern und sei für all seine wichtigen Belange zuständig.
Wenn Sie die "alte Rolle" bewusst, überzeugt und selbstsicher hinter
sich lassen, ist das ein sicheres Fundament für eine weiterhin starke
Beziehung zu Ihrem Kind. Klären Sie Ihre neue Rolle mit dem Partner, dem
Kind bzw. den Kindern und anderen Angehörigen Ihrer Familie, wie Großeltern,
Onkeln, Tanten. Nehmen Sie sich dafür möglichst schon vor Antritt eines
Jobs ausreichend Zeit:
„Mit meinem Job wird sich vieles
für uns alle ändern. Ich kann nicht mehr all die Verantwortung tragen
und die vielen Aufgaben bewältigen. Bisher war ich z.B. ziemlich allein verantwortlich für Saschas
Tagesablauf. Um die Besonderheiten wie Geburtstagsfeiern, seine Kleidung
und seine Schulangelegenheiten habe ich mich gekümmert. Das war meine
Rolle. Jeder von uns hatte seine Rolle. Die Rollen aller
Familienmitglieder müssen nun auf den Prüfstand."
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> Achten Sie darauf, dass die zusätzliche Belastung gewürdigt wird!
> Seitenanfang
Legen Sie Wert darauf,
dass die zusätzliche Belastung anerkannt wird!
Lassen Sie nicht zu, dass Ihre zusätzlichen
Belastungen als Selbstverständlichkeit betrachtet werden, vom Partner nicht, nicht von Großeltern und nicht
vom Kind:
„Ich bitte, dass ihr seht und anerkennt, was ich nun zu leisten habe. Lasst mich damit nicht
allein. Außer eurer tatkräftigen Hilfe brauche ich auch eure Anerkennung
und die Würdigung meiner Anstrengungen. Ich schaffe es nicht, wenn ich ganz allein damit bin.“
Insbesondere Ihrem Partner sollte bewusst sein, dass
bezüglich der Erziehung und der Hausarbeit eine Vermischung der Rollen üblich
sein muss. Von älteren Geschwistern kann erwartet werden, dass sie den Jüngeren
bei der Bewältigung der anfallenden Probleme helfen.
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> Familienbewusstsein - Delegieren
und organisieren - Aufgaben verteilen!
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Neues Familienbewusstsein
Delegieren und organisieren - Aufgaben verteilen
Mit der Übertragung von Aufgaben ist nicht nur ein
Rollen-, sondern auch ein Wertewechsel
verbunden. Die Wäsche muss nicht so gebügelt sein, wie man es von Ihnen
gewohnt ist. Das vom großen Bruder auf den Tisch gebrachte Essen darf
anders schmecken. Es gibt gesunde Tiefkühlkost, die auch von den Kindern
zubereitet werden kann. Staub auf den Möbeln muss nicht immer sofort
beseitigt werden. Das Fernsehgerät bleibt öfter mal aus, damit man Zeit
für die gemeinsame „Putzparty“ gewinnt oder damit man z.B. die neueste
Seifenoper durch ein gutes „Gute-Nacht-Ritual“ mit dem Kleinsten ersetzt.
Achten Sie darauf, nicht nur allgemeine Appelle wie
„Helft mal mit! / Ihr müsst euch mehr kümmern!“ auszusprechen und über
Ihre Belastung zu klagen. Vorwürfe und Klagen schwächen; übertragene
Aufgaben steigern dagegen das Selbstvertrauen und die Leistungsbereitschaft.
Mit
dem Delegieren von Arbeitsbereichen drücken Sie Vertrauen aus. Es ist
Ihre Aufgabe, die Familie einzuarbeiten. Suchen Sie in gemeinsamen Gesprächen
Lösungen und legen Sie Verhaltensweisen direkt fest:
„Wer ist heute da, wenn Franziska aus der Schule kommt? / Wer betreut morgen
die Schulaufgaben? / Traut sich jemand zu, mit ihr zum Arzt zu gehen? /
Wer nimmt sich heute viel Zeit, mit ihr die Bastelsachen einzukaufen? /
Wer ist heute Nachmittag als ihr Gesprächspartner in der Nähe, wenn sie
fernsieht? / Schaffen wir es heute mal, sie gemeinsam ins Bett zu bringen? Wer ist dabei?“
Sorgen Sie ebenso für eine grundsätzliche
Aufgabenverteilung. Jedes Familienmitglied kann für die Sauberkeit in
einem Zimmer oder für die selbstständige Erledigung eines gewissen Aufgabenbereiches zuständig sein.
Bezahlen Sie die Leistungen der Kinder nicht.
Entgelte machen auf Dauer unzufrieden. Verantwortung zu tragen, gelobt zu
werden, kreativ sein zu dürfen hebt die Motivation weit besser:
„Sehr gut erledigst du deine Aufgaben. Du machst es anders, als wir es bisher
gewohnt waren; doch es entlastet uns alle. / Nein, wir führen nicht ein,
uns gegenseitig zu bezahlen. Wer würde dann mich bezahlen? Es sind
gemeinsame Aufgaben, die uns allen zugute kommen. Du merkst doch, dass
nicht nur du etwas für die andren leistest, sondern immer auch etwas für
dich getan wird. In einer Familie gleicht sich immer wieder alles aus.“
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> Pflegen Sie Kontakt zu Familien in gleicher Situation!
> Seitenanfang
Pflegen Sie Kontakt zu Familien in gleicher Situation
Berufstätige
Eltern brauchen befreundete Familien in gleichen Situationen. Gehen Sie
offen auf diese zu! Suchen Sie den Kontakt im Kindergarten, der Schule,
der Nachbarschaft. Nur so können Sie sich z.B. an einem Bring- und
Holdienst bzw. Fahrdienst zum Kindergarten und zur Schule beteiligen.
Gemeinsame Spielkreise, Einkäufe, Ausflüge und gegenseitige Übernachtungsmöglichkeiten
entlasten Sie in besonderem Maße. Ihr Kind gewinnt dadurch an
Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit.
Halten Sie auch nach
Senioren/Seniorinnen Ausschau, die gerne Kinder betreuen. Überall gibt es
Menschen, die angesprochen werden möchten. Fragen Sie in der
Kirchengemeinde nach Personen, die gern bereit sind, Sie zu entlasten.
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> Wenn Berufstätigkeit und Familiensituation zu viel werden!
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Ihr Kind leidet
- wenn Job und Familie über Ihren Kopf wachsen!
Häufig müssen allein erziehende Mütter (und auch Väter)
direkt nach der Trennung eine Arbeit annehmen. Mit der neuen
Familiensituation und der Berufstätigkeit gleichzeitig umzugehen ist eine
doppelte Erschwernis für das erziehende Elternteil und das Kind. Oftmals
kommt noch ein Umzug als dritte Belastung hinzu. Die Eheprobleme haben
beide schon sehr geschwächt; Elternteil (zumeist die Mutter) und Kind
brauchen in der neuen Situation sehr viel Zeit der Ruhe, der
Neuorganisation und Neubesinnung. Beide benötigen jetzt auch mehr Zeit füreinander.
Tun Sie alles, damit Sie erst dann bei Ihrer Arbeit einsteigen, wenn die
neue Situation sich für Sie und das Kind gefestigt hat.
Ein schlechtes Gewissen müssen Sie jedenfalls nicht
haben, wenn Sie sich ganz um Ihr Kind kümmern und energisch auf das nötige
Geld für Ihren Lebensunterhalt vom Vater und vom Sozialamt bestehen.
Wenn Sie in derart schwierigen Situationen auf eine
Berufstätigkeit verzichten, um für Ihr Kind da zu sein, so lassen Sie
das Kind nicht fühlen oder gar hören: „Ich hab ja leider dich. / Wäre
ich allein, könnte ich arbeiten gehen. / Ich weiß ja nicht wohin mit
dir!“ Zeigen Sie, dass Ihr Kind bedingungslos an erster Stelle steht:
„Ich bin gern bei dir. Du bist mir so wichtig, dass wir es auch ohne zusätzliche
Einkünfte schaffen. / Ich bin gern Mutter, die ganz zu Hause bei dir ist.
Für dich da zu sein ist jetzt meine Aufgabe; das füllt mich aus.“
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> Beruf und Kind - viel Selbstdisziplin ist nötig!
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Job und Kind - das geht nur mit viel Selbstdisziplin!
Eltern, die einen Beruf ausüben und gleichzeitig
erste Bezugsperson für ihr Kind sind, brauchen sehr viel Kraft. Diese
anspruchsvolle Aufgabe misslingt, wenn sie durch Suchtmittel psychisch
oder körperlich geschwächt werden. Alkohol, Nikotin, Koffein,
Medikamente schwächen in jedem Fall. Dagegen stärken gesunde
Essgewohnheiten, Sport, Fitnessübungen und Entspannungstraining.
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> So trennen Sie Job und Kind!
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Job ist eine Sache - Kind die andere!
Trennen Sie Job und Kind.
Das muss die erste Devise berufstätiger Eltern sein:
"Meine Berufstätigkeit und meine Erziehungstätigkeit trenne ich strikt
voneinander." Dieser Grundsatz ist schwer zu verwirklichen, insbesondere
wenn einer der beiden Bereiche oder gar beide belastend sind. Doch gelingt
Ihnen diese Trennung nicht, so werden Ihr Kind, Ihr Beruf und Sie
gleichermaßen leiden. Die Beachtung weniger, einfacher Verhaltensregeln
hilft Ihnen einerseits, die berufliche Belastung „an der Haustür
abzulegen“, und andererseits, Ihr Kind „in guten Händen“ zu wissen,
während Sie bei der Arbeit sind. Diese beiden Aspekte sind wichtig.
Unmittelbar bevor Sie zur Arbeit gehen und
insbesondere bei Ihrer Rückkehr, stellen Sie Ihr Kind in den Mittelpunkt
Ihres Interesses. Wenn Sie sich nun auch nur eine viertel Stunde ganz auf
das Kind einstellen, tut ihm dies außerordentlich gut. Nehmen Sie schon
auf dem Nachhauseweg innerlich von der Arbeit Abschied. Halten Sie spätestens
an der Haustür einen Augenblick inne und sagen sich:
>Stopp. Die Arbeit lasse ich jetzt hinter
mir, mit all meinen Sinnen bin ich bei meinem Kind!<
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> Das
Kind ist im Zweifelsfall wichtiger als der Job!
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Ihr Kind ist wichtiger als der Job!
Wenn es schwierig wird, geht das Kind vor!
Wenn Sie bei Ihrer Rückkunft von der Arbeitsstelle
keine Freude zeigen, kein Interesse an seiner Person äußern, so belasten
Sie Ihr Kind sehr. Es kann verstehen und akzeptieren, dass Ihnen Ihre
Arbeit wichtig ist; doch es kann nicht vertragen, dass Ihnen die Arbeit
wichtiger ist als es selbst.
Ihr Kind ist nicht die Person, die Ihre
Arbeitsprobleme auffangen kann. Wenn Sie nach der Arbeit direkt jemanden
brauchen, der Ihnen zuhört, so suchen Sie zunächst eine Person auf, die diese ‚seelsorgliche’ Arbeit
bewältigen kann. Treffen Sie sich z. B. erst mit einem Freund, einer
Freundin. Es ist besser, Sie kommen eine halbe Stunde später, aber dafür entlastet zu Ihrem Kind.
Ruhen Sie sich einige Minuten aus, bevor Sie wieder
in Ihre Mutter- bzw. Vaterrolle schlüpfen. Vielleicht können Sie sich
noch an der Arbeitsstelle eine abschließende Ruhepause gönnen;
entspannen sie sich jedenfalls auf dem Nachhauseweg, indem Sie an etwas
Schönes denken oder entspannende Musik hören.
Wenn Sie noch Arbeit mit nach Hause genommen haben,
so stellen Sie diese zunächst kommentarlos zur Seite. Sagen Sie nicht
einmal: „Ich habe noch etwas zu arbeiten, aber das mache ich nachher.“
Denken Sie auch nicht gleich an ein wichtiges Telefonat. Das ist schon zu
viel der Unachtsamkeit: „Ich muss noch eben jemanden anrufen, dann kümmere
ich mich um dich.“ Nichts ist jetzt wichtiger als Ihr Kind.
Erst nachdem Sie intensiv und ausschließlich das
Aufmerksamkeitsbedürfnis Ihres Kind befriedigt haben, können Sie sich
anderen Aufgaben zuwenden. Stellen Sie zuvor noch eine gemeinsame Aktion
in Aussicht, auf die sich Ihr Kind freuen kann, dann können Sie sich gern
innerhalb der Wohnung zurückziehen:
„Jetzt werde ich noch einige Telefonate und Schreibsachen erledigen. Nachher
werden wir gemeinsam etwas kochen – zusammen basteln – in Ruhe essen /
deine Lieblingssendung ansehen. Was machst du in der Zwischenzeit?“
weiter
zu > Ganz beim Kind sein - da bleibt der Job außen vor!
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"Wenn ich bei meinem Kind bin
bin ich ganz und gar bei meinem Kind!
Da bleibt der Job außen vor!"
Ihr Kind fühlt sich verlassen, wenn Sie es bald
wieder allein lassen, nachdem Sie am Ende eines langen Arbeitstages nach
Hause gekommen sind. Legen Sie Ihre außerhäuslichen Hobbys zeitlich so,
dass das Kind nicht derart betroffen ist. Auch eine gute Betreuungsperson
ersetzt dann nicht Ihre Anwesenheit in der Wohnung.
Desto gestresster man ist, desto eher trägt man die
Art des Umgangsstiles vom Arbeitsplatz in die Familie. Herrschen dort ein
Befehlston, distanziertes Reden, eine knappe Sprache oder ein ironischer
Umgang, so lassen Sie auch dies bewusst am Arbeitsplatz. Ihr Kind mag es
ganz und gar nicht, wie ein Kollege, eine Kollegin oder wie Angestellte behandelt zu werden.
Wenn Ihr Kind keinen Zweifel daran haben muss, dass
es bei Ihnen im Mittelpunkt steht und die Arbeit erst an zweiter Stelle
kommt, wird es auch Interesse an Ihrer Arbeitswelt äußern. Erzählen Sie
ihm von Ihrer Tätigkeit. Nehmen Sie es hin und wieder mal mit an den
Arbeitsplatz, damit es eine Vorstellung hat, mit welchen Menschen und Aufgaben es Sie teilt.
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