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Thema Nr. 20
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Verkehrserziehung 1
Grundregeln des Verhaltens im Straßenverkehr
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Klicken Sie durch die Themen:
Thema
1: Die
Basis der Verkehrserziehung
Thema 2: Verhalten
auf dem Gehweg
Thema 3: Das
Überqueren der Straße
Thema 4: Verhalten an der Fußgängerampel
Die Basis der Verkehrserziehung
Klare Verkehrsregeln und Verhaltensregeln
sind die Grundlage!
Unsere Kleinen können die komplizierten Zusammenhänge
des Straßenverkehrs noch nicht verstehen. Sie können nicht abschätzen,
welche Ursache zu welcher Folge führt. Daher sind klare Regeln für sie
von lebenswichtiger Bedeutung. Das gilt auch noch im Grundschulalter. Die
Gebote und Verbote für das Verhalten im Verkehr können nicht in Frage
gestellt werden. Sie müssen das Verhalten der Kinder bestimmen, denn zu
„selbstbestimmtem Verhalten“, bei dem sie jeweils der Situation
entsprechend alle Bedingungen abwägen, sind sie nicht in der Lage. Daher
ähnelt Verkehrserziehung zunächst einer Dressur; doch ohne klare, kurze akustische Signale geht es nicht:
„Stopp! / Halt! / Achtung /
Vorsicht!“
Vermeidungsverhalten ist im Straßenverkehr das
Erste, was ein Kind lernen muss. Als Kindergartenkind weiß es längst,
dass der Bordstein bedingungslos die Grenze ist. Und doch muss das immer wiederholt werden:
„Halt! / Stopp, hier ist die
Grenze! / Halt! Bis hierhin und nicht weiter!“
Ihre Anweisungen müssen kurz und
deutlich sein!
Ihre Reaktion auf Fehlverhalten Ihres Kindes im Straßenverkehr
muss kurz, formelhaft und energisch sein. Sie muss zudem sofort erfolgen,
nicht mit zeitlicher Verzögerung. Lassen Sie in dieser Situation keine
Diskussion zu. Es geht zunächst nicht darum, ihm die Gefahr und die
Zusammenhänge zu erklären. Einsicht ersetzt erst langsam, insbesondere
im Laufe der Schulzeit, diese „Konditionierung“:
„Nein! / Stopp! / So nicht!“
Kinder handeln spontan. Das ist grundsätzlich gut
und wir Erwachsenen können diesbezüglich viel von ihnen lernen. Doch im
Straßenverkehr muss das Temperament gebremst werden:
„Halt! Es gibt keinen einzigen Grund, plötzlich
auf die Straße zu laufen! / So nicht! Der Ball ist nicht so wichtig wie
dein Leben. Hier stoppst du, egal was los ist! / Stopp, es wird niemandem
einfach nachgelaufen! / Hier ist die Grenze! Dass dich jemand von der
anderen Seite ruft, ist kein Grund, auf die Straße zu laufen!“
Vermeiden Sie,
dass Ihr Kind sich vor dem Straßenverkehr fürchtet!
Vermeiden Sie es, Ihrem Nachwuchs Angst vor dem Straßenverkehr
zu machen. Also nicht so: „Verkehrsteilnehmer leben gefährlich! / Sehr
viele Kinder verunglücken täglich. / Ich habe so sehr Angst um
dich!“ Ängstliche Kinder verhalten sich unsicher; sie zögern erst
sehr lange und stürzen dann unbedacht drauflos. Beschreiben Sie Gefahren
also sachlich:
„Du brauchst dich nicht zu fürchten! Doch wenn du einfach unbedacht losrennst, bringst du dich in Gefahr. Desto
wachsamer du bist, desto sicherer bist du auch. Wenn du den Verkehr genau
beobachtest und die Regeln einhältst, brauche ich mir keine Sorgen um dich zu machen!“
In der Verkehrserziehung müssen Sie energisch sein
- aber auch sachlich!
Die Experten der Verkehrserziehung sagen: Gefahr muss
Kindern „akustisch“ und „taktil“ vermittelt werden.
„Akustisch“, das sind Ihre Worte, Ausrufe und Töne, wie wir
sie weiter oben beschrieben haben.
„Taktil“ bedeutet tasten, berühren.
Das heißt, dass Sie zusätzlich zum akustischen Signal auch zugreifen
sollen, wenn Gefahr droht. Reißen Sie Ihr Kind zurück! Halten Sie es
fest! Fassen Sie es energisch an der Schulter oder am Handgelenk! Es soll
die Bedrohlichkeit der speziellen Situation durch die energische Berührung
auch körperlich spüren.
Natürlich hauen Sie Ihr Kleines nicht, und es
macht auch keinen Sinn, ausgiebig zu schimpfen! Ihre kurze, energische
akustische und taktile Reaktion bewirkt den gewünschten Effekt. Doch
achten Sie darauf, diese energischen „Warnsignale“ nur in gefährlichen
Situationen einzusetzen. Wenn Sie ständig schimpfen und Ihren Nachwuchs
immer wieder „zurechtrütteln“, nutzt sich der Effekt ab oder kehrt
sich sogar ins Gegenteil. Wenn Sie ansonsten aber liebevoll, verständnisvoll
und erklärend reagieren, wird Ihr Kind durch Ihr völlig anderes
Verhalten die Gefährlichkeit einer Situation sofort begreifen.
Dies
ist die Internetversion (also ein Ausschnitt) eines Kapitels aus
der Ringmappe "Erzieherinnen beantworten Elternfragen II".
Dort finden Sie zum Nachlesen in Ruhe mehr zum Thema: Erzieherinnen beantworten Elternfragen
II
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Verhalten
auf dem Gehweg
Trennung von Gehweg und befahrener
Straße
unbedingt beachten und klar betonen!
Ihr Kleines muss lernen, dass das Gehen auf dem Fußweg
die Regel, das Betreten der Straße die Ausnahme ist. Verdeutlichen Sie
akustisch sowie taktil und durch Ihr eigenes Beispiel, dass Gehweg und
Fahrbahn zwei völlig unterschiedliche Verkehrswege sind. Wenn Fußweg und
Radweg durch Markierungen voneinander getrennt sind, erklären Sie dem
Kind die Markierungen. Lassen Sie Ihr Kleines daher immer an der
verkehrsabgewandten Seite von sich gehen, auch, wenn Sie es fest an der
Hand halten. Geht es allein, so soll es sich ebenfalls an der Innenseite
des Fußweges bewegen. So wird selbst ohne Worte deutlich:
„Hier ist dein Weg! Dort ist der Weg des
motorisierten Verkehrs! / Der Sicherheitsabstand zur Straße muss stets so
groß wie möglich sein!“
Die Fahrbahnseite ist immer tabu!
Aus dem Auto lassen Sie Ihr Kind ausnahmslos zur
Seite aussteigen, die der Fahrbahn abgewandt ist. Halten Sie es an, dabei stets auf Fahrradfahrer achten:
„Halt! Schau, nach beiden Seiten; dann noch mal schauen! Die Straße ist frei? Dann erst aussteigen!“
Auch auf dem Gehweg (Bürgersteig)
achtsam sein!
Ihre "kleine Maus" muss auch auf Gehwegflächen mit
Fahrverkehr (Autos / Mofas / Fahrräder) rechnen. Üben Sie miteinander,
sich beim Vorbeigehen an Grundstückseinfahrten und Parkplatzausfahrten
kurz zu vergewissern, ob nicht gerade jetzt ein Auto ausfahren will:
„Stopp! Einen Blick in die
Ausfahrt werfen! Kein Fahrzeug in Sicht? Dann erst weiter gehen! / Stopp!
Da ist ein Auto? Vergewissere dich, dass der Fahrer dich sieht, dass er
anhält und dir ein Zeichen gibt! Jetzt kannst du gehen! Halte
Blickkontakt zum Fahrzeug, bis du vorbei bist.“
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Überqueren der Straße
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Das
Überqueren der Straße
Nur hier wird über die Straße
gegangen!
Halten Sie Ihr Kind an, stets die „Überquerungshilfen“
zu nutzen; das sind Fußgängerampeln, Fußgängerüberwege (Zebrastreifen),
Verkehrsinseln. Diese zu erreichen muss es auch kleine Umwege in Kauf nehmen.
Am Bordsteinrand wird immer erst
gestoppt!
Vor dem Überqueren der Straße wird am Bordsteinrand
immer angehalten. Dieser Stopp findet grundsätzlich statt, auch wenn
offensichtlich kein Auto kommt:
„Stopp! Es wird immer erst angehalten! / Es ist unbedingt notwendig, sich erst im
Stillstand zu vergewissern, dass die Straße frei ist. / Du musst
automatisch anhalten. Es geht nicht auf die Schnelle.“
Beim Überqueren der Straße
wird nicht
geträumt und nicht getrödelt!
Das Überqueren der Straße
muss aufmerksam, zügig, quer zum Verkehr geschehen. Dies
muss immer wieder geübt werden:
„Du gehst nie schräg über die Straße, Du nimmst den kürzesten Abstand. Du gehst zügig, aber du rennst nicht. So kannst
du den Verkehr am Besten beobachten, weiterhin nach beiden Seiten. Nein, während
des Überquerens schaust du nicht hinüber zu deinen Freunden oder zu
Dingen, die dich interessieren. In diesen Augenblicken ist nur die Straße wichtig.“
Und wenn es keinen Zebrastreifen
und
keine Fußgängerinsel gibt?
Sind Überquerungshilfen nicht vorhanden, so wählt
Ihr Sprössling eine Stelle aus, an der eine gute Sicht in beide
Richtungen vorhanden ist. An unübersichtlichen Orten wird die Straße
nicht überquert:
„Nein! Hier können wir die Straße nicht überqueren,
denn um die scharfe Kurve könnte plötzlich ein Fahrzeug kommen. / Nein,
hier geht es nicht! Die Mauer / die Hecke / der Busch versperrt dir die
Sicht! / Nein, die parkenden Autos versperren dir die Sicht und auch ein
Autofahrer sieht dich zu spät!“
Diese Regel zum Verhalten im
Straßenverkehr
ist nicht zuverlässig!
Achtung! Vor dem elften Lebensjahr sind Kinder nicht
in der Lage, zuverlässig „rechts“ von „links“ zu unterscheiden.
Die Anforderung, erst nach links und dann nach rechts zu schauen,
verunsichert. Es soll einfach nach beiden Seiten sehen und hören:
„Hier halten wir. Wir schauen und horchen in beide Richtungen. Wir sehen und hören kein Fahrzeug. Also können wir zügig
die Straße überqueren.“
Verständigung mit anderen
Verkehrsteilnehmern
ist so wichtig!
Nähert sich ein Fahrzeug, so ist Voraussetzung für
das sichere Überqueren des Fußgängerüberwegs, sich mit dem Fahrer per
Blickkontakt und mittels Handzeichen zu verständigen:
„Das Auto hat angehalten. Du schaust den Fahrer an.
Hat er dich bemerkt? Gib ihm ein Zeichen, hebe deine Hand, damit er weiß,
dass du losgehst.“
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Verhalten
an der Fußgängerampel
Auch die Symbole sind wichtig
- nicht
nur die Farben der Ampel!
Die Bedeutung der Farben an einer Ampel bleibt für
Kinder bis zum sechsten Lebensjahr sehr abstrakt. Auch bei älteren
Kindern können noch Unsicherheiten auftreten. „Bei grün darfst du
gehen!“, genügt als Information also nicht. Verbinden Sie an der Fußgängerampel
die Bedeutung der Farben mit den jeweiligen Symbolen:
„Rot heißt immer Stopp! Damit wir das nicht
vergessen, sehen wir auf der roten Ampel das stehende Männchen. Grün
bedeutet, dass wir gehen dürfen, damit wir das sicher erkennen, zeigt uns
die Ampel jetzt das gehende Männchen. / Das rote, stehende Männchen
bedeutet Stopp, Gefahr! Das grüne, gehende Männchen bedeutet: Wir sind
dran!“
Ihr Kind muss auch lernen,
den Verkehr aus der Sicht des Autofahrers zu sehen!
Sobald Ihr kleiner Engel die Farben und Symbole der
Ampel aus der Sicht des Fußgängers beherrscht, erklären Sie auch, was
der Autofahrer sieht:
„Wir sehen das grüne, gehende Männchen. Wir
wissen also, dass wir gehen dürfen. Auf der anderen Seite sieht der
Autofahrer gleichzeitig ein rotes Licht. So weiß er, dass er jetzt
stoppen muss. Beides zusammen bewirkt, dass der Verkehr sicher für uns
wird. / Die Ampel zeigt dir das rote, stehende Männchen. Du musst warten,
denn gleichzeitig sieht der Fahrer ein grünes Licht. Er weiß, dass er
fahren darf.“
Verdeutlichen Sie die Lichter der Ampel auch aus der
Sicht des Fahrers aus dem Auto heraus:
„Mir zeigt die Ampel das rote Licht! Das bedeutet
Stopp! für mich. Die Fußgänger sehen dafür jetzt das grüne, gehende Männchen.
Wenn bei den Fußgängern die Ampel auf rot springt, wird meine Ampel
nicht sofort grün. Ich kann nicht sofort losfahren, es könnte ja sein,
dass noch jemand dabei ist, die Straße zu überqueren. Daher zeigt meine
Ampel mir erst das gelbe Licht. Das bedeutet, dass ich noch einen
Augenblick warten muss.“
Das grüne Licht der Fußgängerampel
ist kein Freibrief für Unachtsamkeit!
Ihr Kind muss lernen, beim Überqueren der Straße
auch dann auf den Verkehr zu achten, wenn das grüne Licht leuchtet:
„Das grüne Männchen bedeutet nicht, dass du einfach loslaufen darfst. Du musst trotzdem schauen, ob ein herannahender
Autofahrer anhalten wird. Das erkennst du daran, dass er seine
Geschwindigkeit reduziert. Dann erst kannst du gehen.“
Auch an der Ampel darf es nicht ungeordnet, kreuz und
quer über die Straße laufen:
„Auch an der Ampel musst du die Straße so überqueren
wie an jedem anderen Ort auch: Du gehst zügig aber rennst nicht. Du
beobachtest beim Überqueren den Verkehr. Du gehst gerade über die Straße,
nicht quer und nicht außerhalb der Markierungslinien.“
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