Elternfluesterer ™ Est. 2006

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Die wichtigen Ereignisse für die Entwicklung des Kindes!

Dann geht das Kind vor!

Was sind Schlüsselmomente?

Dann ganz bei Ihrem Kind sein!

Dann freut sich Ihr Kind auf Sie!

Da müssen Sie persönlichen Einsatz zeigen!

Das sind die Augenblicke, bei denen Sie nicht fehlen dürfen! / In diesen Situationen dürfen Sie Ihr Kind nicht allein lassen - Das sind "Schlüsselmomente"!

So bedeutsam sind Schlüsselmomente!

Immer wieder hört man diesen Unsinn:

"Erziehung kostet viel Zeit, man muss stets für das Kind da sein!"

Doch:

Sie müssen nicht viel Zeit für die Erziehung aufbringen - aber es gibt einige Situationen, in denen müssen Sie für Ihr Kind bedingungslos da sein: Schlüsselmomente!

Kinder haben Verständnis dafür, wenn Eltern wenig Zeit haben. Wird die geringe Zeit befriedigend genutzt, so wirkt sich der Zeitmangel nicht negativ auf ihre Entwicklung, ihr Gefühlsleben oder Verhalten aus.

Doch in Situationen, in denen das Gefühlsleben eines Kindes in besonderem Maße aufgewühlt ist, muss zumindest der Vater oder die Mutter da sein.

Wenn Ihr Kind Grund hat, in außerordentlichem Maße stolz, aufgeregt, unsicher, traurig oder hoffnungsvoll zu sein; wenn seine Unsicherheiten, Verlustängste, seine Furcht oder Verzweiflung Höhepunkte erreichen, dürfen Sie nicht fehlen. Das sind Schlüsselerlebnisse, weil durch sie die Weichen für das zukünftige Gefühlsleben gestellt werden. Diese Erlebnisse öffnen Türen oder verschließen Sie. Sie brennen sich in die Erinnerung und in das Nervensystem ein, um dort ein Leben lang gute oder schlechte Empfindungen auszulösen.

Schlüsselerlebnisse sind es auch, weil Ihr Verhalten in diesen kurzen Abschnitten entscheidet, ob das Herz des Kindes für Sie aufgeschlossen oder verschlossen wird.

Das sind die Situationen, in denen Sie ganz bei Ihrem Kind sein müssen

Wenn Trauer Ihr Kind bewegt - dann müssen Sie ganz nah sein!

Wenn Trauer die Seele des Kindes bewegt, wenn z.B. ein vertrauter Mensch wegzieht, wenn es selbst umziehen muss, wenn das Haustier oder ein geliebter Mensch krank ist oder stirbt, braucht es Sie.

Ihre stille, verständnisvolle Anteilnahme genügt; das ist dann aber das Mindeste.

Wenn Erfolge gefeiert werden oder Niederlagen bedrücken - dann dürfen Sie nicht fehlen!

Bei Ereignissen, denen es ängstlich bzw. freudig entgegen fieberte, für die es mit viel Engagement trainiert und geprobt hat, will es Sie sehen und fühlen! Bei Wettbewerben, Auftritten, Prüfungen braucht es Ihre Aufmerksamkeit, Ihr Staunen, Ihre spontane Anerkennung und gegebenenfalls Ihren Trost bei Enttäuschungen.

Besondere Stationen auf dem Lebensweg Ihres kleinen Schatzes - die müssen Sie mitfeiern!

Bei wegweisenden Stationen auf seinem Lebensweg dürfen Sie als sein „Wegbegleiter“ nicht fehlen. Das sind insbesondere der erste Kindergartentag, der Schulbeginn, die Schulentlassung und der Schulwechsel, die Kommunion bzw. Konfirmation, seine Geburtstage.

Wird es dann allein gelassen, so spürt es, dass es in der langen, vor ihm liegenden Zeit allein sein wird. Das schürt seine Zukunftsängste.

Sind Sie dagegen an den Weggabelungen und Wendepunkten greifbar nah, so kann es getrost längere Strecken ohne Ihre körperliche Anwesenheit gehen. Entlasten Sie sich durch die besondere Wahrnehmung dieser bedeutenden Schlüsselmomente.

 

Dann müssen Sie dem Kind Sicherheit geben!

Wenn Trennungsängste oder Verlustängste plagen - müssen Sie Sicherheit geben!

Kindliche Verlustängste erreichen in folgenden Situationen einen Höhepunkt:

Sie müssen Zeit haben, es zu verabschieden und wieder in Empfang zu nehmen. Dann spürt es, dass Sie auch in der Zwischenzeit ‚da’ sind.

Aufbrechen und Zurückkommen sind bedeutende Erlebnisse. In manchen Situationen (insbesondere beim Krankenhausaufenthalt) braucht es auch zwischendurch Ihre Anwesenheit. In anderen Situationen (z. B. im Feriencamp) sollen Sie und Ihr Kind dagegen lernen, einander loszulassen.

Dann freut sich Ihr Kind auf Sie!

Wenn Ihr Kind das Haus verlässt und wenn es wieder heimkommt - sollten Sie es verabschieden und wieder willkommen heißen!

Jedes Mal, wenn man sich an der Haustür verabschiedet oder wieder zusammenkommt, erleben Eltern und Kinder eine kleine Situation der Trennung und des sich Wiederfindens. Dies bleiben bis ins Jugendalter und darüber hinaus bedeutsame Situationen.

Kinder dürfen es nicht als Regelfall erleben, dass man sich morgens ohne Abschiedsgruß (und -kuss) trennt und später ohne sichtbare Freude wieder zusammenkommt. Die liebevolle Verabschiedung an der Tür und die Sicherheit, dass jemand das Zurückkommen ersehnt und sich freuen wird, geben ihm Kraft für die Zeit, in der es unterwegs ist.

Selbst wenn Mutter, Vater oder Kind nur für kürzere Zeit das Haus verlassen, ist das ein Grund, sich mit Worten und Blicken zu verabschieden und es ebenso zu halten, wenn man wieder zurückkommt. Das sind (wenn auch nur kleine) Höhepunkte in der Gefühlsdynamik des Tages; es gilt dieses Gefühlsleben lebendig zu halten. Das kostet nicht viel Zeit:

"Ich wünsche dir alles Gute für den Tag. / Ich denk an dich. / Tschüss, bis nachher. / Hallo, ich bin zurück. / Schön, dass du wieder da bist."

Da müssen Sie persönlichen Einsatz zeigen!

Engagieren Sie sich im Kindergarten, in der Schule, im Verein!

© Dieser Artikel erschien erstmals im Buch "Gestresste Eltern - Starke Kinder", Frank Maibaum, J. F. Steinkopf Verlag, Kiel 2004. Alle Rechte beim Autor.

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