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Unanständige Worte - böse Ausdrücke

Unser Kind schockiert uns mit unanständigen Worten! - Es benutzt Kraftausdrücke, sexuelle Ausdrücke und Schimpfworte! Sollen wir die verbieten? Was können wir tun?

Regen Sie Sich bitte nicht auf!

Reden nicht verbieten!

Nichtbeachtung: beste Mittel!

Reden Sie über "schlechte Worte"!

Lassen Sie sich von den "bösen Worten" Ihres Kindes nicht aus der Ruhe bringen!

Oft hat ein Kind ein Wort aufgeschnappt (vielleicht an der Mimik und Gestik, wie es gesprochen wurde, wahrgenommen, dass es ein „besonderes“ Wort ist) und wiederholt es einfach. Die Reaktion der Umwelt ist es in der Regel, an der dem Kind deutlich wird, dass es mit diesem Wort „etwas bewirken kann“. Dabei spielt es für das Kind keine besondere Rolle, ob es damit Erstaunen, Belustigung oder Ablehnung provoziert. Es ist dann nur spannend, immer wieder zu testen, wie wohl auf seine Worte reagiert wird.

Unanständige Ausdrucksweisen zu verbieten ist bei Vorschulkindern nicht der ideale Weg!

Verbieten Sie die Worte nicht. Durch Strafen fördern Sie eher den Gebrauch; das Kind lernt dadurch, dass es Sie damit reizen kann, dass es Macht über Sie hat, und dass es damit zeigen kann, wie groß oder klug oder selbstständig es schon ist.

Nichtbeachtung der provokativen Ausdrucksweisen ist zunächst das Beste Mittel!

Lachen Sie nicht, schimpfen Sie nicht - überhören sie diese Worte einfach. Das ist der beste Weg, dass Ihr Kind das Interesse an schlechten Worten und Sätzen verliert. Um so kräftiger Sie bisher reagiert haben, wird das Kind jetzt versuchen, Sie zu provozieren; es hat ja gelernt, dass es klappt, wenn man nur hartnäckig genug ist. Lassen Sie sich nicht reizen, wechseln Sie einfach das Thema. Halten Sie das durch; wenden Sie sich ggf. auch kommentarlos ab, um Ihr Desinteresse zu unterstreichen.

Zunächst: Sprechen Sie in der Familie darüber und verabreden Sie einheitliche Reaktionen!

Sprechen Sie mit den anderen Familienmitgliedern und Kontaktpersonen dieses Vorgehen der Nichtbeachtung ab. Nur wenn das Kind keine Verstärkung mehr erhält, wird dieses Verhalten „gelöscht“:

"Wir müssen da an einem Strang ziehen; bitte beachtet das Verhalten nicht; es ist nicht gut, wenn ihr Freude zeigt oder gar über diese Worte lacht; er (sie) muss doch merken, dass damit keine Anerkennung zu gewinnen ist; mit diesen Reaktionen und dieser Beachtung schaden wir ihm (ihr) sehr."

Dann: Reden Sie mit ihm Ihrem kleinen Racker über die "schlechten Worte"!

Warten Sie einen ruhigen Augenblick ab, um mit Ihrem Kind über die Bedeutung der Worte. zu sprechen. Lassen Sie Ihr Kind erklären und erläutern Sie ihm ggf. die Bedeutung und Unanständigkeit benutzter Worte. Scheuen Sie nicht zurück, vulgäre und sexbezogene Worte, die es aufschnappt, zu erklären:

"Weißt du denn, was das Wort bedeutet? / Ich möchte dir gern erklären, was es heißt."

 

Machen Sie ihm freundschaftlich deutlich, dass es damit ganz unangenehm auffällt. Erklären Sie auch, dass vulgäre Ausdrücke das Gefühl mancher Menschen verletzen:

"Ich glaube, du merkst nicht, dass du dich mit diesen Worten bei vielen Menschen sehr unbeliebt machst; das ist doch zu schade. / Ich weiß, dass sich die meisten Menschen vor diesen Worten ekeln, obwohl sie erst mal lachen; aber im Stillen denken sie: Warum redet das Kind nur so unanständig?"

Seien Sie gutes Beispiel - diese Grundregel der Erziehung gilt auch hier!

Es hat keinen Zweck, die negativen Äußerungen Ihres Kindes nicht zu beachten, wenn Sie selbst, Familienmitglieder oder andere Kinder eine vulgäre Sprache benutzen. Finden andere damit Beachtung, dann wird Ihr Kind immer wieder versuchen, auch damit erfolgreich zu sein:

"Wir müssen mit gutem Beispiel vorausgehen; wenn er (sie) hört, dass wir so sprechen, dass wir das gut finden und darüber lachen, kann er (sie) es uns doch nur nachmachen. Wir müssen hier unsere Verantwortung sehen; lasst uns in der Wortwahl vorsichtiger sein; lasst uns gegenseitig daran erinnern, wenn uns solche Worte wieder rausrutschen."

 

Die gesamte „Sprachkultur“ in Ihrer Familie ist von Bedeutung. Seien Sie selbst mit Sprache und Wortwahl ein Vorbild. Gegenseitige Achtung und Anerkennung sollten den Umgangston in der Familie bestimmen; positives Reden über andere Menschen sollte eindeutig überwiegen. Beteiligen Sie sich nicht, wenn über andere Menschen „hergezogen“ wird. Haben Sie den Mut, zu widersprechen oder Gutes zu sagen, wo mit üblen Worten andere Menschen herabgesetzt werden:

"Ich kann ja verstehen, dass ihr den nicht mögt; aber müsst ihr denn mit solchen Worten über ihn reden? Damit setzt ihr euch selbst ins Unrecht und dann könnt ihr auch nicht mehr gerecht urteilen."

Auch die Medien haben Einfluss - das Fernsehen besonders!

Mit zunehmendem Alter werden Ausdrucksformen nicht nur durch die Familie, sondern auch durch das Fernsehen (Video) und den Freundeskreis mitbestimmt. Sicherlich müssen Sie bedenken, welche Sendungen gesehen werden (machen Sie sich sachkundig, wie eine sinnvolle „Medienerziehung“ geschehen kann) und mit welchen Kindern Ihr Kind Umgang hat

 Doch mehr als das Verbieten ist auch hier die liebevolle, fördernde, aufklärende, deutliche Begleitung hilfreich. Erklären Sie auch hier, warum Sie auf eine Sprache Wert legen, die den anderen Menschen und seine Gefühle achtet. Setzen Sie ggf. deutliche Grenzen:

"Merkst du auch, wie böse er (sie) redet? / Mit solchen schäbigen Worten verletzt er (sie) die Gefühle anderer Menschen. / Du solltest dir auf keinen Fall ein Beispiel daran nehmen! / Ich habe den Eindruck, er (sie) redet so, weil andere dann lachen – ich glaube nicht, dass er (sie) weiß, welchen Unsinn er redet."

 

© Dieser Artikel erschien erstmals im Buch "Kleiner Schatz, ich sag dir was", Frank Maibaum, J. F. Steinkopf Verlag, Kiel 2003. Alle Rechte beim Autor.

 

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