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Unser Kind hat Alpträume

Das Kind hat Angst vor seinen bösen Träumen - Es schläft schlecht - Es wird von seinen Alpträumen wach - Wie können wir unserem Kind helfen?

"Alptraumphase" ist normal!

Über Träume sprechen!

Träume malen!

Schutzengel gegen böse Träume?

Die "Alptraumphase" - im Vorschulalter sind Alpträume ganz normal!

Während des Vorschulalters leiden viele Kinder in erhöhtem Maße unter Alpträumen. Sie lernen in dieser Zeit aber zunehmend, zwischen Traum und Wirklichkeit zu unterscheiden. Sie wissen schließlich, mit den Träumen umzugehen. Somit verlieren die bösen Träume ihre Bedrohlichkeit. Also dürfen Sie darauf vertrauen, dass auch die Alpträume Ihres kleinen Lieblings auf ganz natürlichem Wege schwächer werden.

Die „Alptraumphase“ geht also in der Regel vorüber. Doch Sie sollten nicht einfach nur abwarten und darauf hoffen. Helfen Sie Ihrem Kind aktiv, den Unterschied zwischen Traum und Wirklichkeit zu verstehen. Nicht jeden der meiner Ratschläge können Sie verwirklichen. Wählen Sie nur einige der praktischen Hilfen aus, die Ihnen für Ihren Erziehungsalltag sinnvoll und praktikabel scheinen.

Sprechen Sie mit dem Kind über seine Träume
- über die bedrückenden sowie über die schönen!

Erklären Sie tagsüber, was ein Traum ist. Verdeutlichen Sie, dass geträumte Erlebnisse keine Realität sind:

„Träume sind nicht echt. Wenn wir träumen, spinnt nur unsere Phantasie etwas rum. Wenn wir tagsüber etwas Beängstigendes gesehen oder erlebt haben, kann es sein, dass wir mitten im tiefen Schlaf, nur in Gedanken, daraus ein Ungeheuer oder Monster bilden. Im Zimmer ist aber alles wie sonst, das merkst du ja, wenn du aufwachst. Und in der Wohnung ist alles ruhig und friedlich. Du kannst dann also wieder ruhig einschlafen.“

 

Lassen Sie sich während des Tages die Träume und die Ängste der Nacht erzählen. Bohren Sie jedoch nicht gleich am Morgen nach. Gut ist, wenn das Kind von sich aus erzählt. Achten Sie auf entsprechende Bemerkungen. Warten Sie aber nicht, bis die Träume zum Problem geworden sind. Stoßen Sie gegebenenfalls das Gespräch an. Es bietet sich stets die Gelegenheit dazu, denn jedes Kind träumt regelmäßig. Sprechen sie auch über die schönen Träume:

„Ich habe in dieser Nacht etwas ganz seltsames geträumt (...) Wie waren deine Träume? / Ich hatte in der letzten Nacht einen sehr schönen Traum. (...) Schade, dass ich dann wach wurde!“

 

Nehmen Sie sich also immer wieder Zeit für solche Gespräche. Dies sollte grundsätzlich in einer vertrauensvollen, ruhigen Atmosphäre geschehen. Machen Sie es sich dann „gemütlich“. Schaffen Sie eine Situation, in der sich Ihr Kleines wohl und geborgen fühlt. Lassen Sie es z. B. auf Ihrem Schoß sitzen oder kuscheln Sie miteinander – Sie wissen, in welcher Atmosphäre es sich entspannen kann. Denn dann koppelt sich die Ruhe mit der Erinnerung, und auch wenn das Erlebnis wieder auftritt, bleibt etwas von der Ruhe. Eine gute Gelegenheit ist das gemeinsame, entspannte Essen.

Lassen Sie Ihr Kind seine Träume malen!

Motivieren Sie Ihr Kind, einen beängstigenden Traum zu malen. Lassen Sie sich die Zeichnung genau erklären und sprechen Sie darüber. Überlegen Sie mit ihm, was es im Traum tun könnte, um sich gegen die Bedrohung zu wehren.

Helfen Sie ihm dabei, auch diese „Gegenwehr“ zu malen. So malt es z. B. einen Zauberstab, mit dem es die Monster in kleine niedliche Tiere verwandelt oder ganz wegzaubert; es malt ein grimmiges Gesicht, mit dem es sie in die Flucht jagt, ein Netz, mit dem es sie einfängt oder Flügel, mit denen es wegfliegt, wenn es im Traum gelähmt ist und nicht laufen kann:

„Siehst du, weil die Monster nur Phantasie sind, kannst du sie auch mit deiner Phantasie vertreiben. Lass dich nicht von deinen eigenen Träumen ängstigen; benutze deine Phantasie, um sie zu schönen Träumen zu verwandeln.“

Lassen Sie Ihr Kind spüren, dass Sie seine Ängste ernst nehmen!

Werten Sie die Ängste nicht schnell ab. So geht es nicht: „Ach, dass muss einem doch keine Angst machen! / Stell dich nicht so an, dass sind doch nur Träume!“ Und das ist natürlich ganz daneben: „Wenn du dich vor einer solchen Kleinigkeit schon fürchtest, was soll dann werden, wenn mal richtige Alpträume kommen!?“ Zeigen Sie unbedingt Verständnis für die Ängste:

„Ja, da hast du keinen schönen Schlaf gehabt! / Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass du da richtige Angst hattest!“

 

Nicht abwertend, sondern auf der Basis des Mitgefühls und des Verständnisses erklären Sie immer wieder den Unterschied zwischen Traum und Wirklichkeit. Überlegen Sie dann gemeinsam, wie man während der Nacht mit einem Traum umgehen kann:

„Ich habe als Kind auch ganz fürchterliche Sachen geträumt. Ich träumte oft, dass mich ein gefährliches Tier verfolgte und ich gar nicht richtig weglaufen konnte, denn ich war wie gelähmt. Wenn ich dann vor Schreck wach wurde, hatte ich Angst, wieder einzuschlafen. Aber ich habe mir dann selbst gesagt, „das ist ja nur ein Traum, ich liege hier sicher im Bett und mir kann gar nichts passieren. Mama schläft nebenan und ich schlafe jetzt auch wieder mutig ein!“

Hilft ein Gebet oder ein Schutzengel gegen die bösen Träume?

Ja, es hat sich bewährt, schon im Laufe des Tages für die Nacht ein beruhigendes Gebet gemeinsam zu formulieren und auswendig zu lernen:

„Lieber Gott, wenn ich nun weiterschlafe, beschütze mich; dann brauche ich mich nicht zu fürchten, denn du bist stärker als alles Böse zusammen. Du beschützt Mama, Papa, meinen Teddy und auch mich. Gute Nacht, Amen.“

 

Statt eines Gebetes mögen Sie vielleicht lieber einen Spruch miteinander einüben, den sich Ihr kleiner Schatz dann in der Nacht vorsagt. Schon das selbstbewusste Sprechen während des Tages hilft ihm, Kraft gegen die bösen Phantasien zu entwickeln. Wählen Sie einen „Mutspruch“ aus oder entwickeln Sie einen gemeinsam mit Ihrem Kind:

„Gar nicht wahr - Nur ein Traum - Er zerplatzt wie Schaum! / Mama ist da, Papa ist da und der Traum ist gar nicht wahr! / Gott ist mein Licht, ich fürchte mich nicht! / Der liebe Gott bewahrt mich gut – So hab’ ich riesig großen Mut!“

 

Manchem Kind hilft es, wenn es einen Schutzengel als Figur oder Bild im Zimmer hat. Der Engel kann dem Kind geschenkt oder mit ihm gestaltet werden. Erzieherinnen haben oftmals Bastelvorlagen oder Anregungen dazu. Erklären Sie dann Ihrem Kind die Symbolkraft des Engels:

„Gott ist stärker als alles Böse zusammen. Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen – bei Tag und der Nacht. Dieser Engel ist das Zeichen dafür. Wenn die Angst ganz groß wird, schau ihn an und stelle ihn dir dann als Behüter vor, wenn du einschläfst.“

 

© Dieser Artikel erschien erstmals im Buch "Kleiner Schatz, ich sag dir was", Frank Maibaum, J. F. Steinkopf Verlag, Kiel 2003. Alle Rechte beim Autor.

 

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