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Thema Nr. 28
Jetzt
das Kind
schonen
- Erziehungsfragen nicht vor dem Kind austragen!
Mehr dazu in diesem Buch: |

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> Bei
der Ehekrise gelten andere Regeln als beim Elternstreit!
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Trennen
Sie die Erziehungsfragen vom "Ehekampf"!
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Bleiben
Sie sich der gemeinsamen Verantwortung für das Kind bewusst!
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Das Kind darf nicht zum Mittelpunkt des
"Rosenkrieges" werden!
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Lassen Sie
den "Ehe-Frust" nicht am Kind aus!
>
In Erziehungsfragen ist nun
gegenseitige Toleranz wichtig!
Bei der anhaltenden Ehekrise
gelten andere Regeln
als beim Streit zwischen den Eltern!
Ehekrise ist anders als ein normaler Elternstreit
Im
Kapitel "Elternstereit / Über Erziehung
streiten" haben wir aufgezeigt, warum Eltern
durchaus im Beisein ihrer Kinder über Erziehung streiten dürfen - ja
sollen. Ist
die Familienatmosphäre grundsätzlich von Liebe, gegenseitiger Achtung und Anerkennung
geprägt, dürfen Partner gern im Beisein der Kinder über
Erziehungsfragen streiten. Der Streit ist dann am Wohl der Kinder
orientiert, es werden Lösungen angestrebt und gefunden. Während einer
Ehekrise ist das ganz anders. Unterschiedliche Auffassungen zur
Kindererziehung häufen sich nun und ziehen sich zu lange hin. Man findet
keine gemeinsame Ebene, denn die Eltern wollen sich nicht näherkommen,
sondern auseinandersetzen. Vermeiden Sie jetzt den Streit über grundsätzliche
pädagogische Vorgehensweisen und Erziehungsziele.
Es
kommt nun wohl häufig vor, dass sich Ihr „Ehestreit“ am Verhalten des
Kindes entzündet. Erkennen Sie: >Diese Erziehungsfragen
entfachen zwar den Streit – dass er dann so heftig ‚weiterbrennt’
hat aber andere Gründe. Es steckt mehr dahinter; die Ursachen liegen
tiefer; um die Erziehung geht es eigentlich nicht.<
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Sie die Erziehungsfragen vom "Ehekampf"!
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Trennen
Sie die Erziehungsfragen vom "Ehekampf"!
Ihr "Ehekampf" ist eine Sache
- die Erziehung ist eine andere Sache!
Ihre
ständigen Auseinandersetzungen einerseits und die Erziehungsfragen
andererseits sind wie zwei verschiedene Paar Schuhe. Sprechen Sie es dem
Partner gegenüber aus:
„Es
scheint so, als seien wir uns in Erziehungsfragen völlig uneinig. Immer
wieder geraten wir aneinander. Doch ich vermute, an den Erziehungsfragen
werden die Probleme, die wir zwei miteinander haben, nur offensichtlich.
Wenn wir ständig an der falschen Front kämpfen, lösen wir unsere
Beziehungsprobleme nicht! Was steckt wirklich dahinter? Was entzweit uns?
Was trennt uns? Das sind die Fragen, die wir zuerst miteinander klären müssen!
Können wir das ergründen? Schaffen wir es, ehrlich zueinander zu
sein.“
Diese Zurückhaltung und Besonnenheit in
Erziehungsfragen gilt es zu wahren, auch wenn Sie mit dem Partner unter
sich sind. Sind die Kinder anwesend, so müssen solche Kontroversen völlig
tabu sein: „Jetzt nicht!“ Denn derartige Auseinandersetzungen vor und
gar mit den Kindern erfordern ein hohes Maß an guter Streitkultur. Diese
können Sie angesichts Ihrer allgemeinen Zwietracht nicht gewährleisten.
Blocken Sie die Diskussion schnell ab:
„Wir sollten nicht versuchen,
dieses jetzt zu klären. Wir wissen, das kann nur misslingen. Dazu müssen
wir uns in Ruhe zusammensetzen.“
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zu > Bleiben Sie sich
der gemeinsamen Verantwortung für das Kind bewusst!
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Bleiben
Sie sich in Ihrer Krise der gemeinsamen Verantwortung für das Kind bewusst!
Nehmen Sie sich jetzt oft
die Zeit und Ruhe für eine partnerschaftliche "Erziehungskonferenz".
Sie wird öfter, wenn nicht sogar täglich nötig sein. Lassen Sie pädagogische
Gespräche zum regelmäßigen Ritual zwischen Ihnen werden. Sie selbst
wissen am besten, wann ein idealer Zeitpunkt dafür ist; legen Sie ihn
gemeinsam fest. Sie werden zunehmend Übung bekommen, besonnen und
zufriedenstellend miteinander über die Erziehung Ihres Kindes zu
sprechen.
Eltern haben grundsätzlich eine gemeinsame
Verantwortung für ihr Kind. Durch die Vaterschaft bzw. Mutterschaft haben
sie diese erworben. Sie bleibt erhalten, selbst wenn die Liebesbeziehung
zwischen beiden brüchig wird und sie sich in mancher Beziehung entzweien.
Seien Sie sich gerade in der Krise bewusst, dass Ihre
Erziehungspartnerschaft dauerhaft ist. Sie können sie nicht einseitig
aufkündigen, auch nicht durch Passivität oder Rückzug. Sie dürfen sie
dem Partner nicht streitig machen. Beides wäre unverantwortlich, denn
Schlimmeres könnten Sie Ihrem Kind kaum antun. Die Liebe zum Kind hilft
Ihnen, in Erziehungsfragen ein Team zu sein:
„Liebe kann Berge versetzen und
Wunder bewirken, sagt man. Es wäre doch gelacht, wenn die Liebe zu
unserem Kind uns nicht dabei helfen würde, uns zusammenzusetzen. Sie
hilft uns auch, über unseren Schatten zu springen, an einem Strick zu
ziehen und miteinander das Beste für unser Kind zu suchen und zu finden.
Lass uns das durch die Schwierigkeiten, die wir zur Zeit miteinander
haben, nicht zerstören. Bezüglich unserer Liebe sind wir uns unsicher;
aber die Liebe zu unserem Kind steht doch außer Frage!?“
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den "Ehe-Frust" nicht am Kind aus!
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Lassen
Sie den Ehe-Frust nicht am Kind aus!
Das Kind darf nicht zum Mittelpunkt des
"Rosenkrieges" werden!
Wenn
ein Kind immer wieder im Mittelpunkt der „Ehekämpfe“ steht, erhält
es den Eindruck, es sei Ursache und Angelpunkt der elterlichen Reibereien.
Dadurch entstehen Schuldgefühle, die seine gesunde Entwicklung behindern.
Manchmal werden die Schuld- und Schwächegefühle des Kindes durch solche Vorwürfe verstärkt: „Wenn du lieb wärst,
bräuchten wir uns nicht zu streiten! / Siehst du, jetzt gibt es schon
wieder deinetwegen Theater! / Du schaffst es immer wieder, dass Mama und
ich uns wegen dir auseinandersetzen! / Wenn du schön lieb bist, wird es
bei uns bestimmt auch wieder besser.“
Bewahren Sie Ihr Kind vor solchen
seelischen Belastungen. Weisen Sie sich gegenseitig auf die Folgen solcher
Vorhaltungen hin:
„Es ist für
Sascha belastend genug, wenn wir uns immer wieder zanken. Heute musste er
wieder miterleben, dass es um unsere Erziehungsmethoden geht. Das ist dann
besonders schwer für ihn. Er muss den Eindruck erhalten, dass wir
friedlich miteinander wären, wenn es ihn nicht gäbe. Ich weiß gar
nicht, wie er das ertragen soll. Damit tun wir ihm sehr unrecht. Das können
wir auch mit beschwichtigenden und erklärenden Worten nicht wieder
gutmachen. Wir müssen unbedingt darauf achten, solche Themen außen vor
zu lassen, wenn er dabei ist. Wir sollten uns gegenseitig stoppen, wenn
einer von uns merkt, dass wir ihn wieder derart hineinziehen.“
Auch zu
Ihrem eigenen Schutz sollten Sie Kämpfe
um die häusliche Pädagogik vermeiden. Es besteht die Gefahr, dass das Kind Ihre Feindseligkeiten ausnutzt, um
seine eigenen Interessen besser durchzusetzen. Zu groß wird die
Versuchung für Ihr Kind, Sie bei nächster Gelegenheit gegeneinander
auszuspielen.
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den "Ehe-Frust" nicht am Kind aus!
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Lassen Sie nicht am Kind den
Ehefrust aus,
der eigentlich dem Partner gilt!
Anhaltende Aggressionen in der Partnerschaft führen
dazu, dass Eltern schließlich auch den Kindern gegenüber schnell
ungehalten reagieren. An ihnen entlädt sich Zorn, der sie eigentlich
nicht treffen sollte. Insbesondere wenn die Erwachsenen krampfhaft
versuchen, trotz ungelöster Partnerprobleme zurückhaltend und sanft
zueinander zu reagieren, werden oftmals die Kinder das Ziel der Gefühlsausbrüche.
Es ist in der Erziehung immer nötig, sich selbstkritisch zu beobachten.
Beantworten Sie sich nach solchen Situationen ehrlich die Fragen: >War es wirklich das Verhalten der
Kinder, das mich so sehr reizte? Hätte ich auch so heftig reagiert, wenn
meine Partnerbeziehung gerade nicht so belastet wäre?<
Sprechen Sie zum Partner über Ihr Verhalten und Ihre
Erkenntnisse. Das hilft ihm sicherlich, sein eigenes Verhalten ebenfalls
zu ergründen und zu kontrollieren:
„Immer öfter errege ich mich über
Franziskas Verhalten. Oft sind es nur Kleinigkeiten in ihren Reaktionen,
die mich wütend machen. Bei Verhaltensweisen, die ich früher gelassen
und geduldig hinnahm, brause ich heute auf. Manche Ihrer Äußerungen fand
ich vor kurzem noch pfiffig oder lustig. Ich war immer stolz auf unsere
selbstbewusste Tochter. Soll das plötzlich alles falsch sein? Was ist
los? Hat sie sich so sehr geändert? Wenn ich mein Verhalten ergründe,
merke ich, dass es meine allgemeine Unzufriedenheit ist, die sich in ihre
Richtung einen Weg bahnt. Ich weiß, ich darf sie nicht zum Sündenbock
machen. Ich bitte dich, hilf mir dabei und lass uns diesbezüglich an
einem Strang ziehen.“
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gegenseitige Toleranz wichtig!
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In der
Ehekrise ist in Erziehungsfragen
gegenseitige Toleranz besonders bedeutsam!
Versuchen
Sie, Ihrem Partner gegenüber in Erziehungsfragen tolerant zu sein. Sein
Erziehungsverhalten muss nicht schlecht sein, weil es anders als das Ihre
ist. Glauben Sie nicht, es würde dem Kind schaden, wenn Vater und Mutter
unterschiedliche Erziehungsmethoden anwenden. Diese Ansicht wird zwar häufig
vertreten; es ist dennoch ein Irrtum.
Wichtig ist allerdings, dass Ihre
Reaktionen ‚berechenbar’ sind. Dann lernt das Kind: Mein Vater
reagiert so – meine Mutter anders, weil mein Vater so und meine Mutter
anders ist. Es kann sich auf beide einstellen, und es kann beide
verstehen und lieben.
Machen
Sie den Erziehungsstil des Partners nicht hinter seinem Rücken schlecht.
Suggerieren Sie Ihrem Kind nicht, es gäbe diesbezüglich nur ein
richtiges und ein falsches Verhalten und Ihre Vorgehensweise sei die
richtige.
Begründen Sie Ihre pädagogischen Entscheidungen und entwickeln
Sie Verständnis für die anderen Vorgehensweisen des Partners. Eine solch
besonnene Vorgehensweise ist gerade in familiären Krisensituationen
wichtig, in denen die Unterschiede der Eltern besonders hervortreten. Das
Kind fragt sich angesichts der Streitigkeiten sowieso: „Wer ist der Gute
und wer ist der Böse?“ Unterstützen Sie eine solche „Schwarz-Weiß-Sichtweise“
nicht!
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