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Thema Nr. 11
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Unser Kind ist ein kleiner Tyrann
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Klicken Sie durch die Kapitel:
> Lassen Sie sich nicht tyrannisieren!
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Sie beenden den Machtkampf - erwarten
Sie das nicht vom Kind!
>
Ihr Zusammenleben braucht Regeln!
>
Vermeiden Sie es, zynisch zu sein!
>
Geben Sie eigene Fehler zu! - Sie haben nicht immer recht!
>
Geben Sie dem Kind
Entscheidungsspielräume!
Lassen Sie sich nicht tyrannisieren!
Lassen Sie nicht zu, dass Ihr Kind Sie oder andere
„tyrannisiert“. Doch bedenken Sie auch: Kinder nehmen heutzutage die
Befehle der Erwachsenen nicht mehr bedingungslos hin – das ist schon bei
den Kleinen so. Setzen Sie nicht darauf, dass Sie stärker sind und alle
Machtmittel in der Hand haben. Den Machtkampf verlieren Sie; er nagt an
Ihren Nerven, und das scheinbar so schwache Kind findet Wege, seinen
Willen durchzusetzen. Unterliegt es dennoch, so wird es „Rache“ üben
– und sei es nur dadurch, dass es z. B. einnässt oder nicht isst. Als
letztes Mittel bleibt dem Kind dann noch, dass es überall versagt – von
der Kindergruppe bis zur Schule. Machtkämpfe sind in der Erziehung so
zerstörerisch wie in jedem anderen Lebensbereich auch:
"Was ist los bei uns, dass wir uns
gegenseitig das Leben so schwer machen? Warum wollen wir mit Macht den
anderen dahin bringen, wo wir ihn haben wollen?"
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zu > Sie beenden den Machtkampf - erwarten Sie das nicht vom Kind!
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Machtkämpfe beenden Sie
- erwarten Sie das nicht von einem Kind!
Erwarten Sie nicht, dass Ihr Kind den Kampf beendet.
Sie sind erwachsen, man darf von Ihnen erwarten, dass Sie einen neuen
Anfang ermöglichen. Bedenken Sie dabei: Es gibt in der modernen Welt glücklicherweise
keine gesunde menschliche Beziehung mehr, in der akzeptiert wird, dass der
eine befiehlt und der andere gehorcht. Zwar hatte die „alte Ordnung“,
dass der Vater der Herr in der Familie ist, auch einen Vorteil: Da war ein
Rahmen, der klare Vorgaben für das Verhalten lieferte; in diesem Rahmen
konnte man sich sicher bewegen, denn es gab klare Regeln. Heutzutage geht
es nun darum, einen neuen Rahmen und entsprechende Regeln zu finden –
ohne geht es nicht:
"Lass uns doch mal zusammen überlegen,
wie wir miteinander auskommen, ohne, dass wir immer gegeneinander kämpfen!"
weiter zu > Regeln und Grenzen müssen sein
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Ihr Zusammenleben braucht Regeln!
Auch Ihr Zusammenleben braucht einen Rahmen und
Regeln. Der neue Rahmen kann sein: Nur Argumente zählen. Schimpfen, Schreien, Toben und Gewalt sind keine Argumente. „Herr im Haus“ ist
das „bessere Argument“ – nach ihm haben sich alle Familienmitglieder gleichermaßen zu richten:
"Komm mal in meine Arme. Ich habe einen Vorschlag: Wenn einer von uns etwas vom anderen will, begründet er
seinen Wunsch; der andere hört dann gut zu und versucht den Wunsch zu
verstehen."
Regelverstöße lassen Sie nicht zu. Dies brauchen
Sie nun nicht mehr lange zu begründen, das ist ja schon grundsätzlich
geschehen. Ihr Kind weiß noch gut, was Sie vereinbart haben. Lassen Sie
sich durch ungehöriges Verhalten nicht in Diskussionen verstricken; Ihr
Kind macht sonst einen Sport daraus. Hier genügen kurze deutliche
Reaktionen, nach denen Sie sich dann konsequent abwenden:
"So nicht! / Du weißt, was wir abgemacht haben! / Schreien ist kein Argument!"
Erwarten Sie von Ihrem Kind, dass es seine Anliegen
begründet. Solange es tobt und schreit, verweigern Sie sich als Gesprächspartner;
wenden Sie sich ab:
"Solange du so tobst, werde ich dir nicht zuhören; ich bin gerne bereit, über die Sache in Ruhe zu reden;
sobald du auch bereit dazu bist, sag Bescheid."
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zu > Vermeiden
Sie es, zynisch zu sein!
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Seien Sie nicht zynisch!
Wenn Ihr Kind einlenkt, so seien Sie auf keinen Fall
zynisch. Zeigen Sie nicht, dass Sie nun meinen, „gewonnen“ zu haben.
Das ist daneben und damit machen Sie wieder alles kaputt: „Siehst du, es
geht doch!“; „Warum nicht gleich so?“; „Ich wusste doch, dass du
wieder kommst!“ Seien Sie konsequent, aber immer wieder freundschaftlich. Versuchen Sie nun das Anliegen des Kindes zu verstehen.
Es geht darum, dass es sich verstanden fühlt. Helfen Sie ihm, sich verständlich
zu machen – es ist doch noch ungeübt im Argumentieren. Fragen Sie nach,
wenn Sie seine Begründungen nicht verstehen; suchen Sie mit dem Kind nach
möglichen Formulierungen, die deutlich machen, was es meint. Seien Sie
also zunächst sein „Anwalt“, und setzen Sie erst dann Ihre Meinung dagegen:
"Das macht mich sehr froh, dass wir nun darüber reden können. Ich möchte doch, dass du zu deinem Recht
kommst! Verstehe ich das richtig: Du möchtest erst später, vor dem
Schlafengehen, die Sachen wegräumen und jetzt sofort auf den Spielplatz
gehen? Du meinst, wenn du erst später rausgehst, sind die anderen weg."
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zu > Gestehen Sie Ihre Schwächen ein!
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Geben
Sie eigene Schwächen und Fehler zu!
Sie haben nicht immer recht!
Scheuen Sie nicht, sich vom Kind überzeugen zu
lassen, wenn Sie merken, dass seine Argumente stimmig oder Ihre zu schwach
sind – auch das kommt sicherlich mal vor. Umso mehr wird Ihr Kind
einsehen, dass es auch selbst oft im Unrecht ist:
"Ja, das stimmt, in letzter Zeit sage ich immer ganz schnell „nein!“. Ich denke, das liegt daran, weil
so vieles bei uns schief läuft und ich den Eindruck habe, dass ich es
immer ausbaden muss. Diesmal hattest du wirklich Recht; ich hatte dir
gestern versprochen, dass du heute den Film sehen darfst. Also darfst du es auch – ich halte doch meine Versprechen."
weiter zu > Lassen Sie Ihrem Kind
Entscheidungsspielräume!
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Geben Sie dem Kind Entscheidungsspielräume!
Die verständnisvolle Atmosphäre können Sie zudem fördern,
indem Sie dem Kind Entscheidungsspielräume lassen:
"Möchtest du die gelbe oder die blaue Hose anziehen? / Du müsstest bald mal wieder die Haare schneiden
– sollen wir das heute oder erst morgen machen? / Möchtest du jetzt
schon die Zähne putzen oder soll ich erst die Geschichte vorlesen? / Wir
haben noch das Gemüse im Kühlschrank, es muss bald weg – was meinst
du, sollen wir es heute oder morgen essen?"
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