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Erziehen im Stress |
Thema Nr. 18
Klicken Sie durch die Kapitel: > Das müssen Sie zunächst zu Ihrem kleinen Trödler wissen! > Ihr Drängen provoziert lahmes, unselbständiges Verhalten! > Trödeln ist nicht gleich Trödeln! - Beobachten Sie genau! > Helfen Sie Ihrem Kind geduldig weiter, wenn es stockt! > Zergliedern Sie schwierige, komplexe Handlungen in kleine Schritte! > Gönnen Sie dem Kind einen eigenen Rhythmus! > "Schubsen" Sie Ihr Kind nicht durch den Tag! > Zeigen Sie auf, dass Zeit begrenzt ist - Zeit ist eine natürliche Grenze! > Durchbrechen Sie das festgefahrene "Ritual" von Trödeln und Schimpfen! > Will Ihr Kind durch sein Getrödel Ihre "Zuwendung" erzwingen?
Das sollten Sie zunächst zu Ihrem kleinen Trödler wissen:
Ein Kind trödelt, wenn weiter zu > Ihr Drängen provoziert lahmes, unselbständiges Verhalten!
Ihr Drängen fördert lahmes, unselbständiges Verhalten!Wenn Sie immer wieder ungeduldig eingreifen und dem Kind eine Aufgabe aus der Hand nehmen, weil es Ihnen „nicht schnell genug geht“, lernt Ihr Kind: Man nimmt mir eine Aufgabe ab, wenn ich nur genug trödele. Mit solchem Eingreifen verhindern Sie, dass das Kind Ausdauer entwickelt. Zudem kann das Kind die Handgriffe nicht erlernen, wenn Sie ihm diese aus der Hand nehmen. Es wird also beim nächsten Mal aus Unsicherheit wieder an dieser Stelle stocken – selbst dann, wenn es gar nicht trödeln möchte. Ungeduld ist also kein Mittel gegen das Trödeln. weiter zu > Trödeln ist nicht gleich Trödeln! - Beobachten Sie genau!
Trödeln ist nicht gleich Trödeln! - Also: Beobachten Sie das Verhalten Ihres Kindes genau!Beobachten Sie genau: Bei welchen Handlungen und zu welchen Zeiten trödelt Ihr Kind? Sind es immer die gleichen Handlungen? - Beherrscht es sie vielleicht nicht? Ist es also überfordert? Was geht dem Trödeln voraus? - Ist es vielleicht übermüdet? Was folgt dem Trödeln? - Will es vielleicht ein folgendes Ereignis hinauszögern? weiter zu > Zeigen Sie Geduld, wenn das Kind stockt.
Helfen Sie Ihrem Kind geduldig weiter, wenn es stockt!Oftmals handelt es sich bei dem kritisierten Verhalten eines Kindes nicht um Trödeln, sondern es hält sich an einer Stelle lange auf, weil es nicht weiß, wie es die Handlung fortsetzen soll. Es möchte z. B. die Schuhe selbst zubinden und gesteht sich und Ihnen nicht ein, dass es nur noch die ersten Handgriffe kann. Da sitzt es und fummelt an den Bändern, während Sie ungeduldig rufen: „Nun mach schon!“ Zeigen Sie Verständnis, statt zu schimpfen oder die Handlung ganz selbst zu übernehmen. Führen Sie die Hand des Kindes so weit wie nötig und erklären die Handgriffe: "Ja, das ist schwierig; fasse dieses Band hier an und dieses so. Jetzt legst du es hier herum ... Sehr gut machst du das!" Bei einer komplexen Handlungsabfolge, die aus vielen kleinen Einzelschritten besteht, verliert ein Kind leicht das Ziel aus den Augen. Fordern Sie vom Kind immer nur einen Schritt nach dem anderen - bis es die gesamte Abfolge sicher beherrscht. Setzen Sie kleine Ziele, von denen Sie sicher sein können, dass es diese erreichen kann. Motivieren Sie dann jeweils durch Ihr Lob zum Fortfahren der Handlung: "Das klappt ja wunderbar; und wie geht es jetzt weiter?" weiter zu > Teilen Sie schwierige Handlungsstränge in kleine Abschnitte
Zerlegen Sie schwierige, komplexe Handlungen in kleine Schritte!Vielfach wird beim Anziehen getrödelt; denn dies ist eine sehr komplexe und für ein Kind zunächst kaum zu überschauende Handlungskette. Zudem beherrscht es einige „Glieder“ dieser Handlungsabfolge, andere dagegen nicht. Zerlegen Sie diese „Kette“. Lassen Sie es zunächst aus wenigen Kleidungsstücken die aussuchen, die es an diesem Tag anziehen möchte. Legen Sie dann die Kleidung in der richtigen Reihenfolge zurecht. Lassen Sie es Teil für Teil anziehen. Loben Sie nach jedem erfolgreichen Abschnitt. Abschnitte, die es allein beherrscht, lassen Sie es auch allein ausführen; bei den anderen gehen Sie geduldig zur Hand: "Das kannst du jetzt allein! / Komm, dabei helfe ich dir!" weiter zu > Gönnen Sie dem Kind einen eigenen Rhythmus!
Gönnen Sie dem Kind einen eigenen Rhythmus!Ein Kind braucht auch Zeit, sich im Spiel zu verlieren; und es muss in der Regel die Möglichkeit haben, ein begonnenes Spiel zu Ende zu führen. Sagen Sie das vorher, wenn Sie es in fünfzehn Minuten zum Essen rufen wollen. Geben Sie dem Kind immer einen Überblick über zeitliche Abläufe und noch vorhandene Zeit. Teilen Sie mit ihm gemeinsam die Zeit ein. Ansonsten wird es natürlich seine Zeiteinteilung durchsetzen wollen; dies kann es am besten durch Trödeln: "Es ist jetzt noch eine viertel Stunde Zeit bis zum Essen. / In zehn Minuten gehen wir los; es lohnt sich nicht mehr, das Spielzeug herauszuholen; möchtest du lieber das Bilderbuch ansehen oder etwas ausmahlen – dafür reicht die Zeit wohl." weiter zu > Drängen Ihr Kind nicht - Helfen Sie ihm, einen Überblick über den Tagesablauf zu bekommen!
"Schubsen" Sie Ihr Kind nicht durch den Tag! - Geben Sie ihm immer wieder einen Überblick über die Ereignisse!Sie sind die Uhr des Kindes! Ein Tagesplan, den Sie morgens schon dem Kind erklären, bewährt sich. Geben Sie ihm dann im Laufe des Tages immer wieder einen Überblick, wann was geschieht und wie viel Zeit für die einzelnen Ereignisse und Aufgaben zur Verfügung steht. Nur so kann es sein Handeln zeitlich einordnen. Wenn es das Gefühl hat, dass es ohne eigenen Überblick durch den Tag „geschubst“ wird, so wird es nur passiv dahintrödeln und Ihnen die Initiative überlassen: "Es ist jetzt vier Uhr; du kannst dir jetzt ganz viel Zeit nehmen; spiel in aller Ruhe; erst um sechs brauche ich dich wieder. / Es ist in zehn Minuten sieben Uhr; gleich kannst du deinen Film sehen; dann hilfst du mir, den Tisch zu decken." weiter zu > Zeit ist begrenzt - Das Kind muss seine Zeit einzuteilen.
Zeigen Sie auf, dass Zeit begrenzt ist!
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© www. Kinder-Initiative.de Verantwortlich: Dipl.-Päd. Pfarrer Frank Maibaum / www.frank-maibaum.de Stand: 20. November 2011 |