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Thema Nr. 16
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Unser Kind lügt - es sagt oft die Unwahrheit
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Klicken Sie durch die Kapitel:
> Das müssen Sie zunächst zum Thema "Kinder lügen" wissen!
> Die Emotionen beflügeln die Phantasie Ihres Kindes!
> Die Phantasie des Kindes ist ein
wichtiger Schutzmechanismus!
> Helfen Sie dem Kind, Phantasie und Realität zu unterscheiden!
> Phantasie ist gesund - Prahlerei ist bedenklich!
Das sollten Sie wissen!
Es ist also ganz natürlich, dass Ihr Kind immer
wieder etwas berichtet, das nicht so ist, wie Sie (und andere Erwachsene) es wahrnehmen.
Für Ihr Kind im Vorschulalter
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vermischen
sich natürlicherweise Realität und Phantasie
-
vermischen
sich Geschichten, Bilder, Fernsehfilme und eigene Erlebnisse
-
wird
Realität ungeschehen, indem es sie leugnet
-
werden
Träume zur Wahrheit, indem es sie behauptet.
Ihr Kind
-
hat
noch viele Erinnerungslücken
-
nimmt
komplexe Ereignisse nur selektiv (in Ausschnitten) wahr
-
vermischt
verschiedene Ereignisse zu einer neuen Einheit.
Ein Kind lernt erst
die Unwahrheit zu sagen
-
aus
Angst vor Strafe
-
um
sich beliebt zu machen
-
wenn
Eltern immer an seiner Wahrhaftigkeit zweifeln
-
wenn
Erwachsene es verunsichern
-
wenn
Erwachsene es mit der Wahrheit nicht so ernst nehmen
-
wenn
Erwachsene es zwingen, „kleine Geheimnisse“ preiszugeben.
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zu > Kinder haben rege Phantasie
>
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Die Emotionen beflügeln die Phantasie
Ihres Kindes!
Ist ein Kind von einem Erlebnis in starkem Maße
emotional ergriffen, so wird seine Phantasie besonders lebendig. Aus Angst
oder Begeisterung wird aus der Mücke tatsächlich, „ungelogen“, ein
Elefant. Es ist dann seine Angst, Begeisterung oder Freude, die Ihnen das
Kind in dieser Weise mitteilen möchte. Eine verständnislose Reaktion in
dieser Art ist dann voll daneben: „Erzähl nicht so einen Unsinn!“ /
„Ach, ein solch großes Tier gibt es doch gar nicht!“ / „Nun bleib
mal auf dem Teppich, phantasier dir nichts zurecht!“ Versuchen Sie seine
Emotion zu verstehen. Gelingt Ihnen das nicht, so hören Sie einfach nur zu:
"Du hast dich aber erschreckt! / So ein Tier hast du ja noch nie gesehen. / Du bist ja
richtig aufgeregt. / Das hat dich aber begeistert."
Wünscht sich ein Vorschulkind (auch bei älteren
Kindern und gar bei Erwachsenen gilt das) etwas sehr, so kann ihm seine
Phantasie den Wunsch erfüllen:
"Du wünschst dir das aber sehr! / Ja, in deinem Tagtraum ist es Wirklichkeit. / Als ich ein Kind war, konnte
ich das auch: mir etwas so sehr wünschen, dass es plötzlich vor mir
stand. Na ja, jedenfalls kam es mir so vor."
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zu > Die Phantasie des Kindes ist ein notwendiger Schutzmechanismus!
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Die Phantasie des Kindes
ist ein
wichtiger Schutzmechanismus!
Ein
kleines Kind meint, etwas wird wahr, indem man es nur
fest und wiederholt behauptet. Gehen Sie hier nicht auf Konfrontation.
Seien Sie nicht abwertend: „Ach, stimmt trotzdem nicht!“ / „Und wenn
du es hundertmal behauptest, es wird dadurch nicht wahr.“ / „Warum
musst du denn immer so lügen!“ Zumeist brauchen Sie hier nicht verbal
zu reagieren. Wenn es allerdings gegen Ihren Willen darauf besteht, dass
Sie seine Sichtweise annehmen und ihm zustimmen, so nehmen Sie der
Situation die Spitze:
"Merkst du, unterschiedliche Menschen nehmen gleiche Sachen oft unterschiedlich wahr! Deshalb brauchen
wir uns jetzt nicht zu streiten. / Ich sage doch nicht, dass du lügst;
denn mit einem solchen Vorwurf bin ich ganz vorsichtig. Ich habe oft
erlebt, dass zwei Menschen eine Sache ganz unterschiedlich sehen und dann
behaupten, der andere würde die Unwahrheit sagen. Genau so ist es jetzt
bei uns, wir sehen die Sache unterschiedlich – und wie können wir uns jetzt einigen?"
Möchte das Kind etwas nicht wahr haben, so verschließt
es die Augen davor, und schon ist es weg. Ähnlich meint es dann, „Was
man leugnet, gibt es nicht!“. Das sind für ein Kind ganz sinnvolle
Schutzmechanismen. Mit Humor und Verständnis können Sie es langsam an die Realität heranführen:
"Du bist ja ein kleiner Zauberer! / Das würde ich auch gern können, die Augen zumachen und – schwupp, ist
es weg! / Bei Erwachsenen funktioniert das nicht mehr. / Du brauchst dich
nicht zu fürchten, komm in meine Arme und dann sehen wir uns das ganz
mutig an. / Du möchtest das gerne ungeschehen machen; komm, wir sehen
mal, was sich da machen lässt, vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm."
Zerschlagen Sie die Phantasie des Kindes nicht.
Bezichtigen Sie es nicht der Lüge, wenn seine „Phantasie mit ihm
durchgeht“. Schaffen Sie ihm Möglichkeiten zu träumen – träumen Sie
mit ihm gemeinsam, indem Sie Geschichten vorlesen und erzählen. Wenn es
seine Phantasie ausleben darf, hilft ihm das, die Realität zu erkennen.
Lassen Sie sich Bücher mit geeigneten Phantasiereisen und Traumgeschichten empfehlen:
"Komm, wir träumen zusammen; mach die Augen zu, ich lese dir etwas vor."
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zu > Ein Kind lernt erst langsam, Phantasie und Realität zu unterscheiden
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Helfen Sie
dem Kind, Phantasie und Realität zu unterscheiden!
Bezichtigen Sie Ihr Kind nicht der Lüge!
Sie helfen dem Kind, Phantasie und Realität zu
unterscheiden, indem Sie selbst hin und wieder erfundene, phantastische
Erlebnisse erzählen – wie ein Kind; und danach geben Sie zu, wie es
wirklich war, oder Sie lassen sich vom Kind dabei „ertappen“, dass Sie
nur ein bisschen „rumgesponnen“ haben. Vielleicht „klinkt“ es sich
auch in Ihre Geschichte ein und Sie phantasieren gemeinsam weiter:
"Da ist mir gestern etwas Komisches passiert. Ich wollte gerade die Haustür öffnen, da hörte
ich ganz leise meinen Namen rufen. Ich dachte erst, du wärst es. Aber die
Stimme war ganz anders: leise und piepsig. „Hallo, Klaus“, rief es
mehrmals; aber ich sah niemanden. Doch da, ja, da saß doch in der Ecke
ein kleiner Maulwurf. „Nimmst du mich mit rein?“, fragte er mit
piepsiger Stimme. Ich sagte ganz erstaunt ..." (Phantasieren Sie gemeinsam weiter!)
Kommen Sie mit dem Kind zusammen immer wieder auf den
Boden der Realität zurück. Es muss wissen, dass es die gefährlichen,
phantastischen Wesen, vor denen es sich fürchtet, nicht gibt. Es muss
auch erfahren, dass seine Allmachtphantasien, in denen es unbesiegbare Kräfte
und unglaubliche Fähigkeiten hat, nur „Träume“ sind:
"Phantasierst du auch so gern? Wir Menschen phantasieren gern, das ist schön, denn dann können
wir uns vorstellen, wir wären ganz stark und unbesiegbar oder wir wären
in einem ganz schönen Land, wo alles ganz anders ist. Aber dann müssen
wir auch wieder in die Wirklichkeit kommen. Hier sind wir. Es ist hier
doch auch ganz schön - oder?"
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zu > Oft ist das Lügen nur Prahlerei
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Phantasie ist gesund - Prahlerei ist
bedenklich!
Wenn die kindlichen Phantasien zur Prahlerei werden,
mit denen es versucht, Anerkennung und Aufmerksamkeit zu erhalten, so
ignorieren Sie die Prahlerei. Gehen Sie einfach nicht darauf ein – weder
mit anerkennendem Staunen noch mit Zurechtweisungen. Reagieren Sie dann
aber sofort wieder, wenn es mit der Prahlerei nachlässt. Bemerken Sie den Wunsch nach Anerkennung. Geben Sie
dem Kind die Möglichkeiten, Erfolg zu haben und sich zu bewähren.
Beachten Sie es häufig und loben Sie Handlungen:
"Das kannst du ja schon wie ein großes Kind. / So stark bist du schon!"
Gehen Sie sehr vorsichtig mit Strafen um; Ihr Kind
wird ansonsten versuchen, diese zu vermeiden, indem es Ihnen die
Unwahrheit sagt. Kinder lernen auf diese Weise schnell aus Angst „die Wahrheit zu verstecken“:
"Hast du denn Angst vor mir? Du darfst mir doch immer die Wahrheit sagen. Wenn etwas Schlimmes passiert
ist, dann überlegen wir gemeinsam, wie wir das wieder hinbiegen."
Knüpfen Sie Ihre „Liebesbeweise“ nicht an gute
Leistungen. Ihr Kind muss wissen, dass Sie es grundsätzlich mögen. Es
wird sonst versuchen, mit erfundenen Erfolgen Ihre Liebe zu sichern:
"Wir haben dich immer lieb. Egal, ob etwas gelingt oder misslingt, ob du etwas schaffst oder nicht. / Was auch
immer passiert, du darfst wissen, dass wir dich auf alle Fälle mögen."
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